Freie Bürger besuchten Firma König & Meyer

Zu einer Betriebsbesichtigung mit anschließendem Gedankenaustausch mit der Geschäftsführung trafen sich die Gemeinderäte und zahlreiche Mitglieder der Freien Bürger Wertheim beim Wertheimer Unternehmen König & Meyer.

Begrüßt und durch das Unternehmen geführt wurden die Besucher von Produktmanager Michael Wamser. Später stieß auch der technische Geschäftsführer Heiko Wolz hinzu. Wie Michael Wamser eingangs erläuterte, beschäftigt der Weltmarktführer König & Meyer derzeit 270 Mitarbeiter. Produziert wird ausschließlich in Wertheim, und dies an zwei Standorten. Der Schwerpunkt der Fertigung befindet sich in der Otto-Schott-Strasse; die Kunststofffertigung und die Verwaltung im Kiesweg. Beeindruckt zeigten sich die Besucher von der hohen Fertigungstiefe. Fast alle Teile die für den Bau der Produkte benötigt werden, werden auch selbst hergestellt. Man bewahre sich hierdurch, so Wamser, größtmögliche Flexibilität und höchstes Qualitätsniveau. Zu den wichtigsten Produkten zählen Mikrofon- und Lautsprecherstative, Instrumentenständer und Notenpulte. Das Produktspektrum umfasse derzeit rund 1.500 verschiedene Artikel. Dennoch könne man aufgrund der hohen Flexibilität eine Lieferbereitschaft von 98% aufweisen.

Die Freien Bürger konnten sich insbesondere von dem hohen technologischen Standard der Fertigung überzeugen. Neben der Pulverbeschichtungsanlage beeindruckten insbesondere die Laserschneideanlage und die ebenfalls mittels Laser erfolgende Konfektionierung der Rohre für die Stative und Notenständer. In der Montage wird die hohe Produktqualität nicht nur durch eine Vielzahl qualifizierter Mitarbeiter sichergestellt sondern auch, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, durch einen hohen Automatisierungsgrad mittels teilweise selbst konstruierter Sondermaschinen.

Die große Fertigungstiefe und die hohe Lieferbereitschaft, verbunden mit einem stetig wachsenden Umsatzvolumen hat die Geschäftsleitung von K&M nun dazu bewegt, auf dem Reinhardshof ein großes Logistikzentrum zu erbauen. Spatenstich hierfür soll im März 2016 sein. In dem Neubau soll Raum für 7.000 Palettenstellplätze entstehen. Die am Standort in der Otto-Schott-Strasse hierdurch frei werdenden Flächen sollen für eine Erweiterung und Optimierung der Produktion genutzt werden. Dabei werde, so Wamser, kaum eine Abteilung an dem Platz bleiben, an dem sie bisher untergebracht ist. Auch über eine Verlegung der Kunststofffertigung aus dem Kiesweg werde intensiv nachgedacht.

Bei der anschließenden Diskussion gemeinsam mit Geschäftsführer Heiko Wolz stand insbesondere die Fachkräftegewinnung und die Ausbildung im Fokus. Wie Wolz erläuterte gelinge es derzeit noch die nötigen Fachkräfte großteils aus den eigenen Reihen zu gewinnen. Hierfür habe man im Schnitt 15 Auszubildende in den verschiedensten Fachrichtungen; auch eine enge Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule gehöre zu dieser Strategie.

Wolz betonte die Bekenntnis des Familienunternehmens zum Standort Wertheim, was sich auch in dem Neubau auf dem Reinhardshof widerspiegele. Leider seien die Expansionsmöglichkeiten am Hauptsitz erschöpft, so dass nun der Schritt auf den Reinhardshof nötig werde. In diesem Zusammenhang bat Wolz darum, die immer wieder diskutierte Umgehungsstrasse für den Reinhardshof nicht aus dem Blick zu verlieren. Angesichts der regen Bautätigkeit auf dem Reinhardshof, insbesondere im Logistikbereich, werde der Verkehr in Zukunft deutlich zunehmen. Zusammen mit dem Krankenhaus drohe die Einfahrt in den Reinhardshof am Salon-de-Provence-Ring zunehmend zu einem Engpaß zu werden.

Die Mandatsträger der Freien Bürger sicherten Wolz zu, sich für den mittelfristigen Bau der Umgehung einzusetzen. Dies sei nicht nur dem Wirtschaftsstandort geschuldet, sondern insbesondere auch den Anwohnern von Vockenrot, dem Reinhardshof und dem Wartberg.