Freie Bürger besuchten Firma Lenz Laborglas
Zu einer Betriebsbesichtigung bei Lenz Laborglas in Bestenheid trafen sich die Gemeinderäte und Mitglieder der Freien Bürger Wertheim.
Begrüßt wurden die Besucher von der Geschäftsführerin Susanne Eberhard, die das Unternehmen in einer Präsentation vorstellte. Gegründet in Stettin war das Unternehmen einige Jahre in Illmenau ansässig und stellt nun seit 1952 in Wertheim insbesondere hochpräzise geschliffenes Glas her. Mit diesen Schliffgeräten lassen sich Glasteile miteinander verbinden um damit technische Anlagen aufzubauen. Diese werden insbesondere in der Lebensmittel-, der Pharmazeutischen- und der Petrochemischen Industrie eingesetzt.
Bei einem Exportanteil von rund 40% werden die Produkte aus Wertheim in ca. 85 Länder geliefert.
Den Produktionsrundgang mit den Freien Bürgern übernahm Stefan Lenz, der sich mit seiner Schwester die Geschäftsführung teilt. Beeindruckt zeigten sich die Besucher von der Innovationskraft und insbesondere von der hohen Qualität in der Fertigung. Die Schliffe erfolgen mit einer Genauigkeit von 2 Mikrometern. Wie Stefan Lenz erläuterte, setze man sich mit diesem hohen Qualitätsanspruch deutlich von den ausländischen Mitbewerbern ab.
Von den knapp 100 Mitarbeitern sind 90 in der Produktion beschäftigt. Das Produktionsprogramm umfasst rund 15.000 Standardartikel; daneben eine Vielzahl an Sonderanfertigungen für die Kunden. Gegenwärtig bildet man bei Lenz vier Personen zum Glasapparatebauer aus. Mit Stolz verwies er darauf, dass es wohl kein anderes Unternehmen weltweit gebe, das eine solche Vielzahl an hochspezialisierten Glasapparatebauern beschäftige. Die Gewinnung von ausreichendem Nachwuchs ist jedoch die größte Sorge, der nur mit stetiger Aus- und Weiterbildung Rechnung getragen werden kann. Bundesweit nehmen jährlich nur 15 junge Leute eine Ausbildung zum Glasapparatebauer auf, um die am Arbeitsmarkt heftig gerungen werde.
Bei der anschließenden Diskussionsrunde erläuterte FBW-Vorsitzender Marcus Götz, dass die Freien Bürger neben Besuchen von kommunalen und sozialen Einrichtungen auch regelmäßig den Wertheimer Unternehmen über die Schultern schauen. Ziel sei, insbesondere die Mandatsträger für die Probleme und Anliegen der Wertheimer Firmen zu sensibilisieren um diese Themen dann auch in die Gremien tragen zu können.
Auf Frage von Gemeinderat Werner Kozyra, wo denn besonders der Schuh drücke beklagte Stefan Lenz, dass man immer mehr mit Vorschriften und Reglementierungen zu kämpfen habe. Viele seien zwar in der Sache nachvollziehbar, manches mal würden aber Anträge zu langsam oder zu kleinlich bearbeitet. Vom Gesetzgeber werde zu oft übersehen, dass man sich nur durch fortdauernde Innovationen insbesondere von den ausländischen Mitbewerbern abheben könne und viele Vorschriften nur zu einer Verteuerung des Fertigungsstandorts führten und damit kontraproduktion zur angestrebten Sicherung der Arbeitsplätze sind.
Wie Marcus Götz abschließend ausführte, finde der nächste Unternehmensbesuch bei der Firma alfi statt, bevor man im Spätsommer dann hinter die Kulissen der Wertheimer Tafel blicken werde.