Freie Bürger besuchten Isoliergefäßehersteller alfi

Zu einer Betriebsbesichtigung bei der alfi GmbH in Bestenheid trafen sich die Gemeinderäte und Mitglieder der Freien Bürger Wertheim.

Begrüßt wurden die Besucher von Geschäftsführer Hubert Sauter und dem Prokuristen des Unternehmens Marcus Götz, zugleich Vorsitzender der Freien Bürger. In seiner Begrüßung ging Hubert Sauter zunächst auf die jüngsten Veränderungen bei alfi ein. Der vor fast zwei Jahren erfolgte Verkauf der alfi GmbH durch die WMF an die Thermos-Gruppe, einen der größten Isoliergefäße-produzenten, ist bei alfi mit einer Neuausrichtung des Vertriebs und zahlreichen strategischen Herausfoderungen verbunden. Einerseits kann alfi nun von dem weltweiten Vertriebsnetz von Thermos profitieren, was insbesondere den in Wertheim produzierten Produkten mit dem Qualitäts- und Imagevorteil des „Made in Germany“ zusätzliche Absatzchancen eröffnet. Andererseits dient alfi nun als „Brückenkopf“ für Thermos in Europa, seit alfi den Vertrieb der Thermos-Produkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen hat

Im Anschluss an die Begrüßung übernahm Marcus Götz und stellte den Besuchern bei einem ausführlichen Rundgang die Produktion des Unternehmens vor.

Beeindruckt zeigten sich die Besucher insbesondere von der hohen Qualität in der Fertigung und den in den vergangenen Jahren erfolgten Investitionen in neue Fertigungstechnologien. So wurde beispielsweise für die Flaschenbedruckung eine vollautmatische Siebdruckanlage beschafft, in der Metallkannenfertigung ein PNC-Drückautomat und erst vor wenigen Wochen ein Laserbearbeitungszentrum, in dem mittels Lasertechnik bislang mit zahlreichen Einzelvorrichtungen vorgenommene Fertigungssschritte nun hochpräzise in einem Arbeitsgang erledigt werden können.

Da die Nachfrage insbesondere nach farbig lackierten Isolierkannen ungebrochen sei, stehe in den kommenden beiden Jahren auch die Investition in eine neue moderne Lackieranlage auf der Agenda, so Marcus Götz.

Nach dem Rungang traf man sich im Showroom des Unternehmens, wo Marcus Götz in einer Präsentation die Historie sowie insbesondere die Veränderungen durch den Verkauf an Thermos erläuterte. Dass der Markenname „alfi“ eine Abkürzung für „Aluminiumwarenfabrik Fischbach“ ist, dem Gründungsort des Unternehmens in Thüringen, war auch nicht allen Anwesenden Wertheimern bewußt. Da die Inhaberfamilie nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurde, entschied man sich Ende der Vierziger Jahre wie viele andere Unternehmen der glasverarbeitenden Industrie für einen Neuanfang in Wertheim. Die Inhaberfamilie Zitzmann war auch Mitgründer und viele Jahre Teilhaber am Glaswerk Wertheim, bevor dieses dann in das Eigentum der Schott-Werke in Mainz überging.

Inklusive „Minijobber“ beschäftgt alfi heute rund 190 Mitarbeiter; den größten Teil davon in der Fertigung und der Logistik. Gerade im Logistikbereich, so Marcus Götz, sehe man in den nächsten Jahren die größten Herausforderungen. Zum einen erwarte der Handel eine immer höhere und schnellere Verfügbarkeit der Waren, zum anderen stelle die Übernahme des Vertriebs der Thermos-Produkte im deutschsprachigen Raum die Logistik vor ganz neue Aufgaben. Auf jeden Fall sei die Übernahme von alfi durch Thermos das beste gewesen, was dem Wertheimer Unternehmen habe passieren können. Bei anderen zur WMF gehörenden Markengesellschaften wurde inzwischen die Verwaltung und der Vertrieb vollständig geschlossen und bei der WMF zentralisiert; oder, wie die Marke Auerhahn, komplett vom Markt genommen.

Unter diesen Vorzeichen stelle der Zusammenschluss mit Thermos die denkbar beste Alternative dar, da Thermos den langfristigen strategischen Erfolg in den Vordergrund rücke. Mit dem internationalen Vertriebsnetz von Thermos ergeben sich für alfi ganz neue Absatzchancen, was wiederum den Standort in Wertheim nachhaltig stärken werde. Beweis hierfür sei auch, dass in den vergangenen beiden Jahren so viel investiert worden sei, wie schon seit langem nicht.

Zugleich hat alfi durch den Vertrieb der Thermos-Waren nun weitere Absatz- und Umsatzchancen und damit auch die Möglichkeit bestehende Lücken im Angebotssortiment zu schließen bzw. in Vertriebswege vorzudringen, in denen man bislang kaum vertreten war.

 

Zuletzt wies Marcus Götz, nun als Vorsitzender der FBW, darauf hin, dass man nach der Sommerpause einen Besuch der Ortschaften Kembach und Bettingen vorgesehen habe, sowie eine Besichtigung der Wertheimer Werkstätten auf dem Reinhardshof und bei der Wertheimer Tafel.