Besichtigung Neue Soziale Mitte und Tannenberg - Freie Bürger Wertheim auf dem Wartberg
Sichtlich erfreut zeigte sich FBW-Vorsitzender Marcus Götz, nach vielen Monaten Corona-Pause endlich wieder zahlreiche Mitglieder zu einem Treffen vor Ort begrüßen zu dürfen.
Die Neue Soziale Mitte, derzeit größte und teuerste Baumaßnahme der Stadt, war die erste Station des Besuchs auf dem Wartberg. Christian Melzer vom städtischen Bauamt übernahm die Führung. Anhand zahlreicher Baupläne erläuterte er, wie das Areal, bestehend aus Schule, Kindergarten, Mensa und Gemeindezentrum, am Ende der Bautätigkeit aussehen wird.
Für mache der Besucher war es eine Rückkehr an ihre alte Schule. Da diese weitestgehend entkernt wurde, ist sie aber kaum mehr wiederzuerkennen. Christian Melzer betonte, dass man sich aus Kostengründen, aber auch unter Nachhaltigkeitsgesichtpunkten, gegen einen Neubau entschieden habe. Stattdessen wurde der Gebäudekörper teilweise entkernt und rückgebaut, wo es für das Ziel einer modernen Schule sinnvoll war. Bisherige Verkehrsflächen werden nun in Nutzflächen umgebaut, die beispielsweise für die Ganztagsbetreuung genutzt werden können. Eine Aufzugsanlage gewährleistet einen barrierefreien Zugang auf alle Stockwerke.
Da die alten Klassenzimmer in ihrer Struktur erhalten bleiben, diese früher aber für einen größeren Klassenteiler konzipiert waren, stehen künftig großzügige Räume für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Daneben steht viel Fläche für pädagogische Angebote und die Ganztagsbetreuung zur Verfügung.
Angesichts der aktuellen Diskussion zur Belüftung von Klassenräumen zum Infektionsschutz zeigten sich die Besucher sehr erfreut, dass die Schule mit einer Lüftunganlage und modernsten Hepa-Filtern ausgestattet wird. Auch die Fenster können alle zum Lüften geöffnet werden.
Energetisch wird das Schulgebäude auf dem neuesten Stand sein. Das Mensadach erhält eine Photovoltaikanlage, mit der, unterstützt durch Pufferspeicher, zirka 60% Eigenstromversorgung erreicht werden. Die Heizung wird über das bestehende Fernwärmenetz der Stadtwerke betrieben.
Begeistert war man von der Aussicht aus der komplett neu erbauten Mensa. Die Fensterfront des knapp 100 qm großen Speiseraums ist zum Maintal hin komplett verglast. Zum Glück, so Christian Melzer, habe man die Mensa, die eine komplette Holzkonstruktion darstellt, bereits nahezu fertiggestellt, und sei daher von den enorm gestiegenen Holzpreisen nicht betroffen. Insgesamt bewege man sich trotz des hohen Kostendrucks im angesetzten Rahmen von rund 12,5 Mio. Euro für das Gesamtprojekt. Über 2,2 Mio. Euro werden als Zuschüsse erwartet.
Auch der Zeitplan, der eine Inbetriebnahme zum Beginn des Schuljahres 2022 vorsieht, könne nach Stand der Dinge eingehalten werden. Die Kommunalpolitiker nahmen erfreut zur Kenntnis, dass überwiegend heimische Handwerksunternehmen den Zuschlag erhalten hatten.
Johann Vogeltanz betonte, dass der Bau der Neuen Sozialen Mitte auf dem Wartberg die absolut richtige Entscheidung gewesen sei. Für die aus 51 Nationen stammenden Bürgerinnen und Bürger von Wartberg und Reinhardshof entstehe so ein Mittelpunkt des Stadtteils. Dass das bisherige Kirchenzentrum ebenfalls von Grund auf saniert wird, und dieses wieder gemeinsam von evanglischer und katholischer Kirchengemeinde getragen wird, sei ein Leuchtturmprojekt, so der Stadtteilbeiratsvorsitzende Olaf Nadler.
Im Anschluss stand ein Besuch des Tannenbergs auf dem Besuchsprogramm. Derzeit laufen die Planungen von drei verschiedenen Investoren für mehrere Wohnanlagen. Insgesamt könnten hier über achtzig neue Wohnungen entstehen. Damit werde den Forderungen nach mehr Geschosswohnungsbau nun Rechnung getragen, so Nadler. Einige Fragezeichen hatte man jedoch bezüglich der künftig zu erwartenden Parkplatzsituation. Zwar sind Tiefgaragenstellplätze vorgesehen, erfahrungsgemäß werden die Stellplätze aber nicht ausreichen. Zusammen mit der ohnehin schmalen Erschließungsstraße seien die Probleme vorprogrammiert.