Musik und Gesang nicht nur für Kinder und Jugendliche - Freie Bürger Wertheim besuchten die städtische Musikschule

Zahlreiche Gemeinderäte und Mitglieder der Freien Bürger wurden auf Einladung des Vorsitzenden Marcus Götz in der vergangenen Woche in der Wertheimer Musikschule von deren Leitern Fedra und Stefan Blido begrüßt.

Seit dem Jahr 1968 existiert die städtische Kultur- und Bildungseinrichtung. Vor nunmehr 25 Jahren fand sie ihren Platz im damals neu geschaffenen Kulturhaus. Rund 600 Schülerinnen und Schüler werden derzeit von 30 Lehrerinnen und Lehrern, allesamt Honorarkräfte, unterrichtet. Pro Woche finden 240 Wochenstunden in Instumentalunterricht und Gesangsunterricht statt.

Die Schule richtet sich bei ihrem Angebot zwar hauptsächlich an Kinder und Jugendliche, dennoch sind bis zu 7% der Unterrichteten im Instrumentalbereich aber auch Erwachsene, Tendenz steigend.

Die städtische Musikschule ist für Ihren Betrieb regelmäßig auf Zuschüsse der Stadt und des Landes Baden-Württemberg angewiesen. Nur ca. 40% der Kosten werden durch Unterrichtsgebühren abgedeckt. Allein der städtische Zuschussbedarf beläuft sich auf rund 270.000 Euro jährlich. Wie Johann Vogeltanz betonte, sei auch in Haushaltsjahren mit hohem Spardruck die Musikschule niemals zur Disposition gestanden.

Einen ganz wesentlichen Beitrag leistet auch der Förderverein. Dessen finanzielle und idelle Unterstützung sei eine der tragenden Säulen der Schule, so Stefan Blido. Der Förderverein schafft Instrumente an, verleiht diese an Schülerinnen und Schüler und trägt über sein Budget, unterstützt von der Stadt Wertheim, auch zu den großen Erfolgen bei „Jugend musiziert“ bei. Er unterstützt auch bedürftige Familien mit einem Teilstipendium.

Die beiden Leiter betonten, dass es eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung gebe. Und auch das Miteinander im Musikschulrat, in dem alle Beteiligten vertreten sind, sei ein Garant für die erfolgreiche Arbeit der Schule.

Mit Stolz verwies Blido darauf, dass die Musikschule auch einen maßgeblichen Beitrag für die berufliche Vorbereitung künftiger Musiklehrer und Musikstudenten leiste. Ohne die fundierte musikalische Frühbildung sei es kaum möglich, später den Weg zur Musikhochschule einschlagen zu können.

Angesprochen von den Besuchern auf die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an dem Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ betonte Blido, dass im Mittelpunkt der Teilnahme die Förderung talentierter Kinder und Jugendlicher stehe. Oft werde kolportiert, dass es sich um eine elitäre Veranstaltung handle. Es stehe aber einzig die Förderung begabter Schüler im Vordergrund. Auch hierfür leiste der Förderverein einen finanziellen Beitrag. Im Übrigen ist die Musikschule eine offene Einrichtung der musikalischen Breitenbildung, was auch die Arbeit mit Menschen, die ein Handicap haben, einschließt.

Große Schwierigkeiten hat die Schule jedoch, und steht damit in der Region nicht allein, bei der Gewinnung geeigneter Lehrkräfte. Insbesondere für das Fach „elementare Musikpädagogik“ suche man händeringend nach Lehrkräften. Die in diesem Fach geleistete musikalische Früherziehung sei jedoch ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung der Kinder. Sorge bereitet Blido hierbei, dass die Absolventenzahl an den Musikhochschulen seit Jahren rückläufig sei, und es so immer schwieriger werde, Lehrpersonal zu finden. Ein Faktor sei dabei auch, dass die Bezahlung, die die Musikschulen den Lehrkräften bieten können, unzureichend sei, und es daher für die Musikpädagogen ohne mehrere berufliche Standbeine nicht gehe.

Trotz aller Schwierigkeiten ausreichend Lehrpersonal zu finden sei es aber gelungen, mit der Schule Urphar/Lindelbach ein Leuchtturmprojekt zu initiieren. So findet, zunächst auf ein Jahr geplant, für alle Schülerinnen und Schüler an der „UrLi“ in den Klassen fünf und sechs gemeinsamer Bläserunterricht statt. Den Kindern soll damit Spaß am musizieren vermittelt werden, und das Üben in der Gruppe biete auch schnelle Erfolgserlebnisse.

Beim anschließenden Rundgang durch die Räumlichkeiten konnten sich die Besucherinnen und Besucher auch von der guten Ausstattung der Schule mit Instrumenten und geeigneten Unterrichtsräumen überzeugen.

Zum Abschied betonte FBW-Vorsitzender Marcus Götz, dass auch die Musikschule eine Paradebeispiel dafür sei, wie mit viel Engagement und Herzblut der handelnden Personen hervorragende Arbeit geleistet werde.