Jahreshauptversammlung der Freien Bürger Wertheim am 30.6.2022

Die Freien Bürger Wertheim wählen ihren Vorstand neu. Burgaufstieg, jüdischer Friedhof und Windparks standen im Mittelpunkt der Diskussionen.

Am Donnerstag, 30.6.2022 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Freien Bürger Wertheim in der Gaststätte „Rose“ in Nassig statt.  

Der 1. Vorsitzende Marcus Götz begrüßte die zahlreichen anwesenden Mitglieder. Er zeigte sich erfreut, dass es wieder möglich sei, ohne Einschränkungen die satzungsgemäß erforderlichen Versammlungen durchzuführen und sich über die aktuelle Wertheimer Kommunalpolitik auszutauschen.

Nachdem er nochmals kurz die Tagesordnung vorgestellt hatte, gedachte die Versammlung dem verstorbenen langjährigen Mitglied Hans-Karl Hollenbach, der in vielen Dingen ein Impulsgeber für die Freien Bürger war.   

Anschließend berichtete Marcus Götz über die Aktivitäten des letzten Jahres. Aufgrund der Coronabeschränkungen war seit der letzten Hauptversammlung, bei der Oberbürgermeister Herrera-Torrez über seine Ideen für die nächsten Jahre berichtet hatte, nur ein Besuch in der Werkrealschule Urphar-Lindelbach möglich. Daneben konnten bei einem Termin alle Mitglieder ihre Vorschläge für die Haushaltsklausur einbringen. Ferner beteiligte man sich an der Organisation der Kundgebung gegen den Ukraine-Krieg Anfang März. Zudem fanden einige Vorstandssitzungen zur Vorbereitung der Vorstandswahl statt.
Nach den Berichten des Kassenwarts Hans-Jürgen Hogh und den Erläuterungen zur Kassenprüfung wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Vor den Neuwahlen machte Marcus Götz darauf aufmerksam, dass er seit 2007 Vorstand ist und nur noch eine begrenzte Zeit für das Amt zur Verfügung stehen wird. Er stellt sich letztmalig zur Wahl, hat aber zur Verjüngung der Vorstandschaft bereits vorbereitende Gespräche mit möglichen Vorstandskandidaten geführt.  
Nach kurzer Aussprache wurde Marcus Götz als 1. Vorsitzender, Tanja Bolg als stellvertretende Vorsitzende, Kurt Kraft als Schriftführer, Dominik Hauck als Kassierer und Axel Kempf als Kassenprüfer gewählt. Als Beisitzer wurden Christine Heldt, Julia Wiechert, Lukas Nachtmann und Norman Frank gewählt.   

Über die Arbeit der FBW Gemeinderatsfraktion berichtete Songrit Breuninger. Zuerst ging sie auf die Klausursitzung des Gemeinderates ein, anschließend informierte sie die Mitglieder über die Sachstände der zahlreichen Projekte und Bauaktivitäten, wie die Neue Soziale Mitte auf dem Wartberg, der Sporthalle Nassig und die Kindergartenerweiterungen in Kembach und Höhefeld.

Nach einem Hinweis von Gerhard Kohout hinsichtlich der eingeschränkten Nutzung der Burg für ältere und Bürgerinnen und Bürger mit Handicap wurden verschiedene Alternativen zum „Bähnle“ diskutiert. Auf den Hinweis, dass es bereits autonom fahrende Kleinbusse gibt, die in Schweinfurt Personen befördern, mahnte Johann Vogeltanz an, dass man gerade bei den vielen Veranstaltungen in der Sommerzeit und auch bei den zahlreichen Festlichkeiten auf der Burg nochmals ergebnisoffen alle Möglichkeiten prüfen sollte. Songrit Breuninger verwies darauf, dass der Schrägaufzug bereits im Positionspapier der FBW zur Klausursitzung zur erneuten Prüfung aufgeführt ist, sagte aber zu, in dieser Sache erneut initiativ zu werden. „Wir schließen einen Großteil der Bevölkerung und möglicher Besucher der Burg aus, wenn wir da nicht endlich zu einer Lösung kommen“.    

Anschließend berichtete Hubert Sadowski noch aus dem Kreistag. Wie überall sind auch dort die Kosten für Baumaßnahmen deutlich gestiegen, was zu Einsparungen, auch bei der Renovierung beim Kloster Bronnbach geführt hat.

Unter dem Punkt Verschiedenes berichtete Gerhard Kohout über seine Bemühungen den jüdischen Friedhof nach seiner Sperrung wegen baulicher Mängel wieder für Besucher zugänglich zu machen. So haben er und seine Frau sich nicht mit der Sperrung abgefunden. Stattdessen hat er sich in zahlreichen Telefonaten und Schreiben bei verschiedenen Stellen für eine Sanierung eingesetzt und war hocherfreut als eine Förderung über 100.000 €uro für die Sanierung bewilligt wurde. Damit hat sich gezeigt, dass auch persönliches Engagement zum Erfolg führen kann.

Zu einer lebhaften Diskussion führten noch die Planungen für die beiden angedachten neuen Windparks im Schenkenwald und rund um die Heegwalddeponie. Übereinstimmend war man der Meinung, dass man nicht voreilig handeln solle, sondern zuerst die neuen gesetzlichen Regelungen abwarten müsse. Auf jeden Fall müssen die Bürger in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden.
Zum Abschluss dankte Marcus Götz allen für ihre Beiträge und für ihr kommunales Engagement und sagte zu, sie über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
Als nächsten Termin „Freie Bürger Vor-Ort“ kündigte er einen Besuch im Jugendhaus an, der am 20.07. stattfinden wird.