Auftakt der vor-Ort-Gespräche in Mondfeld
Die Freien Bürger Wertheim stellten sich zum Auftakt der Gespräche mit den Wertheimern Bürger in Vorbereitung der Kommunalwahl einem sehr interessierten Publikum am Dienstag Abend in Mondfeld.
„Frisch belebender Wind“ schreiben sich die Freien Bürger auf die Fahnen für die Kommunalwahl und danach. 17 Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich in Mondfeld den interessierten Bürgern vor und beeindruckten sowohl mit ihrem nahezu geschlossenen Auftreten als Team als auch mit dem damit verbundenen Zeichen, die Sorgen und Probleme der Ortschaften sehr ernst nehmen zu wollen. Die persönlichen Vorstellungen zeigten darüber hinaus den überaus großen Kompetenzbereich in den Reihen der Freien Bürger auf. Hans-Karl Hollenbach zum Beispiel bemängelte, dass es im Gemeinderat viele Baufragen zu entscheiden gäbe, aber kein echter Fachmann vertreten sei, der Vorlagen und Entwürfe fachgerecht beurteilen könne. Dem will er mit seiner Kandidatur Abhilfe schaffen. Martin Gillig sieht sich als Betriebswirtschaftler mit Kompetenzen für die Bereiche Wirtschaft und Finanzen und möchte im künftigen Gemeinderat Akzente setzen. Fast ein Heimspiel war die Vorstellung von Werner Kozyra, den viele noch von seiner Kandidatur in Mondfeld zur letzen Wahl kennen. Mit Mondfeld bereits viele Berührungen gehabt zu haben, stellte Detlef Hartmann in seiner Vorstellung heraus. Kindereiche Familien haben in jüngster Zeit ebenso von seinem Engagement profitiert, wie die Vereine zu seiner Zeit als Kulturmanager der Stadt oder die Eltern, die sich mit ihm in seiner Funktion als Gesamtelternbeirat auch im künftigen Gemeinderat in Schul- und Bildungsfragen vertreten sehen können.
Das Gespräch mit den Vertretern aus Mondfeld verlief in einer sehr offenen und vertrauensvollen Atmosphäre. Der Bogen spannte sich dabei von dem Bedauern als Ortschaftbisher nie einen Stadtrat gestellt zu haben über die Sinnfrage eines Ortschaftsrates bis hin zu konkreten Fragen an die Wertheimer Politik zu den Themen Krankenhaus, Geldverschwendung, Messevergabe und CWW. Hubert Sadowski erläuterte die Notwendigkeit eines gut funktionieren Ortschaftsrates, der manches schneller bewegen kann, als große Verwaltungen. Eine Reduzierung dieser Räte hätte enorme Mehrausgaben auf Veraltungsseite zur Folge, stellte ergänzend Gerhard Kohout fest. Als besonderes Beispiel des möglichen Engagements in den Ortschaften wurde die Ortsmittegestaltung in Grünenwört hervorgehoben, an der man sich in Mondfeld gern ein Beispiel nehmen wolle.
Zur Frage der weiteren Existenz des Krankenhauses äußerte sich Frau Dr. Finkenauer mit höchsten Sorgen. Es ist dringend notwendig, dass die Beratungsgesellschaft endlich Zahlen liefert aus denen ersichtlich ist, wo wirtschaftlich und wo unwirtschaftlich gearbeitet wird. Erst dann können Überlegungen angestellt werden, was wir wollen und welche strukturellen Veränderungen wir mitzutragen bereit sind. Der Bürger wird sich u.U. darauf einstellen müssen, dass nicht mehr das gesamte derzeitige Leistungsspektrum des Hauses vorgehalten werden kann. Ein jährliches Defizit von rd. 700 000 Euro ist nicht mehr zu tragen, gleichwohl ist der Erhalt des Krankenhauses das erklärte Ziel der Freien Bürger. Auch verschiedene Kooperationsmodelle und die im Gespräch befindlichen Medizinischen Versorgungszentren müssen Gegenstand der Diskussion sein.
Bereiche sinnloser Geldausgaben aufzudecken und wenn möglich zu verhindern ist weiterhin Ziel der Freien Bürger, erläuterte Peter Scherotzke. So konnte vermieden werden, dass die Überdachung des Burggrabens weiter voran getrieben wurde, die 1,1 Mio. Euro verschlungen hätte. Die Freien Bürger hatten sich auch für die Nutzung des bereits asphaltierten THW-Geländes als Messeplatz ausgesprochen um die Ausgaben von weiteren 1 Mio. Euro zu sparen, konnten sich aber in diesem Fall gegen die Stimmen der Mehrheitsfraktion nicht durchsetzen. Scherotzke hob anhand dieses Beispiels nochmals das wesentliche Ziel der FBW hervor, mit einer ausgewogenen Gemeinderatslandschaft absolute Mehrheiten in der Zukunft vermeiden zu wollen.
„Zur Messevergabe gab es einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderates, der nicht eingehalten wurde. Hier werden wir uns weiter für die Einhaltung der Vorschriften stark machen“ Mit diesen Worten unterstrich Fr. Dr. Finkenauer, dass die FBW auch weiterhin den Mut und die Standhaftigkeit haben werden „heiße Eisen“ und Tabuthemen anzusprechen.
Ob die CWW wirklich kommen werden, kann heute noch niemand mit Bestimmtheit sagen. Momentan gibt es einen interessante Idee, aber keine Investoren. Allerdings baut der nächste Haushalt auf CWW-Erlöse mit 6 Mio Euro auf. Fällt dies weg, dann haben wir sehr große Probleme in Wertheim antwortete Peter Scherotze und Gerhard Kohout auf die bohrenden Fragen zu diesem Thema.
Weitere Themen, die die Mondfelder Bürgerschaft ebenfalls stark interessierten, war der Zustand des Hallendaches und die Verunreinigung des Badesees. Demotivierend für das bürgerschaftliche Engagement wirkt sich aus, wenn hochwertige Güter, wie die Kücheneinrichtung in der Halle durch ein defektes Dach fortlaufend beschädigt wird und seitens der Stadtverwaltung gleichzeitig behaupt würde, das Dach sei repariert. Unzufrieden äußerte man sich auch über die augenscheinliche Verunreinigung des Badesees durch eine einerseits sehr starke Besucherfrequenz und der andererseits ausbleibenden Unterstützung diese Verschmutzungen beseitigen zu können. „Nehmen Sie uns beim Wort. Wir wollen für Sie da sein, nicht nur in Wahlzeiten“ sprach Detlef Hartmann den Mondfeldern Mut zu, zur Klärung von diesen und anderen Problemen den direkten Kontakt mit den Gemeinderäten zu halten. Die Freien Bürger Wertheim sind Partner für die Bürger und suchen das Miteinander und den ständigen Austausch, nicht nur zu Wahlzeiten.