Freie Bürger besuchten den Reihardshof
Die Mitglieder der Freien Bürger Wertheim begrüßte der Vorsitzende Marcus Götz am vergangenen Dienstag auf dem Reinhardshof zur Diskussion aktueller kommunalpolitischer Themen.
Stadtteilbereitsvorsitzender Walter Ploch ging zunächst auf die jüngsten Entwicklungen auf dem Reinhardshof ein. Diskutiert wurde insbesondere der von der Verwaltung geplante Bebauungsplan für den bebauten Altbereich des Reinhardshofs. Hierin sind Einschränkungen insbesondere für den Einzelhandel bzw. für sogenannte „innenstadtrelevante Sortimente“ vorgesehen.
Wie Ploch ausführte, hat sich der Stadtteilbeirat zwar der Einleitung des Verfahrens für einen Bebauungsplan angeschlossen, dem vorgelegten Entwurf der Verwaltung jedoch inhaltlich nicht zugestimmt. Zumindest müsse man für die „Frühinvestoren“, die sich bei Beginn der Wiederbelebung des Reinhardshofs für diesen entschieden hatten, eine Bestandsschutzregelung finden. Für Neuinvestoren könne man sich strengere Anforderungen im Bebauungsplan vorstellen. Allerdings sehe man derzeit und auch in Zukunft kein Spannungsfeld zwischen möglichen Ansiedlungen auf dem Reinhardshof und der Innenstadt.
Auch Stadtrat Hubert Sadowski sah den Bebauungsplan kritisch. Zur Attraktivitäts-steigerung der Altstadt werde damit kein Beitrag geleistet. Ferner habe man bereits in der Vergangenheit immer wieder versucht Sortimentsbeschränkungen durchzusetzen. Diese stünden meist jedoch nur auf dem Papier, da hinterher die Einhaltung ohnehin nicht mehr überprüft und ggf. sanktioniert werde. Ausserdem stelle sich die Frage, bei welchen Sortimenten man anfangen und wo man mit der Beschränkung aufhören wolle. Schließlich, so Gerhard Kohout, solle man über jeden Investor froh sein und endlich die unnötige Regulierungswut eindämmen.
Handlungsbedarf bestehe derzeit am Aussengelände des Kinderhauses Reinhardshof. Der erste Bauabschnitt sei inzwischen fertiggestellt, wegen der hohen Kosten sei derzeit aber kein Weiterbau möglich. Ploch kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Stadt mit der Vergabe an ein externes Unternehmen das Ruder aus der Hand gegeben habe. Thomas Szabo führte die Kindergärten in Bestenheid und Eichel als beispielhaft für die Einbringung der Bürger an und wollte wissen, weshalb dies auf dem Reihardshof nicht möglich sei. Wie Ploch erläuterte gebe es durchaus die Bereitschaft in der Bevölkerung sich einzubringen. Das von der Stadt beauftragte Unternehmen lasse jedoch keine Eigenleistung zu. Schließlich wolle dieses das Geld selbst verdienen. Diese Vorgehensweise der Stadt sei ein Unding, da hier unnötig Steuergelder der Bürger verschwendet würden.
Unverständnis rief die Entscheidung des Straßenbauamts hervor, in Bettingen an der Zufahrt vom Autohof auf die Landestrasse 2310 eine Ampelanlage zu installieren. Wie Johann Vogeltanz ausführte sehe man prinzipiell Handlungsbedarf an dieser Stelle, da sich die Einmündung zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt habe. Ein Kreisverkehr sei jedoch deutlich besser gewesen. Zwar sei aus Kostengründen eine Ampelanlage in der Anfangsinvestition günstiger als der Bau eines Kreisverkehrs, langfristig gesehen sei ein Kreisverkehr aber die bessere Lösung und diene auch dem Verkehrsfluss. Stadträtin Songrit Breuninger berichtete, dass die an dieser Stelle befindliche Brücke über den Aalbach laut dem Straßenbauamt den Bau eines Kreisverkehrs behindere. Offenbar sei ein Kreisel von der Straßenbauverwaltung jedoch politisch nicht gewollt und ihrer Meinung nach daher die Brücke nur ein vorgeschobenes Argument.
Zuletzt wurde auch die Zukunft der Michaelismesse diskutiert. Sicherlich gebe es Verbesserungsbedarf an vielen Stellen, so Fraktionsvorsitzender Sadowski. Zunächst müsse nun alles auf den Prüfstand. Vom Termin über die Bewirtung, die Musikauswahl bis hin zu der Möglichkeit die Michaelismesse mit der Wirtschaftsmesse zusammenzulegen, müsse in den nächsten Wochen alles ergebnisoffen diskutiert werden.