Freie Bürger Wertheim mit mehreren Ständen im Wahlkampf präsent
Zum Abschluß des Wahlkampfes waren die Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Bürger Wertheim am Samstag mit insgesamt drei Ständen im Stadtgebiet nochmals präsent.
Neben Fragen zur aktuellen Haushaltssituation, der Zukunft des Krankenhauses und der Kulturförderung wurden die Mitglieder der FBW mehrfach auf zwei in der Samstagsausgabe einer Lokalzeitung veröffentlichte Leserbriefe angesprochen. Hierin war der FBW ein mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen worden. Insbesondere das Festhalten einiger FBW-Mitglieder am geplanten Schrägaufzug zur Burg wurde hierin kritisiert, obwohl die Ablehnung in der Bevölkerung gegen das Projekt durch die Unterschriftsaktion von „Pro Wertheim“ mehr als deutlich geworden sei.
In Ihren Gesprächen stellten die FBW-Mitglieder klar, dass sich die Freien Bürger nicht nur „frei“ im Sinne der Unabhängkeit von den etablierten Parteien sehen, sondern als „frei“ im umfassendsten Sinne, d.h. jedes Mitglied kann und soll seine eigene Meinung äußern und vertreten ohne in ein festgefügtes Korsett oder einen Fraktionszwang gebunden zu sein.
Den Bürgern wurde erläutert, dass man bei den FBW selbstverständlich keine Probleme mit gelebter Demokratie habe. Schließlich hätten auch die Freien Bürger der Zulassung des Bürgerentscheids gegen das GuD-Kraftwerk zugestimmt und das Abstimmungsergebnis ohne wenn und aber akzeptiert.
Bei der Frage nach der Ausgestaltung der „Burgbahn“ gelte für jeden Kandidaten der Freien Bürger wie für jeden Bürger Wertheims das Recht auf freie Meinungsäußerung. So wie es in der Bevölkerung Befürworter und Gegner in der prinzipiellen Frage zum Bau eines Schrägaufzugs gebe, als auch in der Frage, wie dieser dann gebaut werden solle, so müsse dies im Umkehrschluß auch für jeden Kandidaten gelten.
Für alle Varianten und Lösungansätze gebe es immer gute Gründe dafür oder dagegen zu sein. Man müsse nun abwarten, was noch an weiteren Vorschlägen zu diesem Thema komme. Ferner dürfe man die Kostenseite selbstverständlich nicht außer Acht lassen. Durch den teuren Ankauf eines Haus um die Realisierung zu ermöglichen werde die bisher vorgelegte Wirtschaftlichkeitsrechnung jedenfalls ad absurdum geführt.
Dennoch gelte es das Thema, in welcher Form auch immer, auf der Agenda zu behalten. Eine sinnvolle Weiterentwicklung der Burg sei man nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt schuldig, sondern sie wäre auch notwendig um die touristische Infrastruktur Wertheims weiter auszubauen. Gerade den älteren Bürgern und Besuchern sei der Weg auf die Burg bislang nahezu verwehrt. Hierfür gelte es eine sinnvolle Lösung zu finden, die von der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger mitgetragen wird.
Ebenfalls im Fokus stand die Frage nach der Möglichkeit auch in der Kernstadt Photovoltaikanlagen installieren zu können. Die Kandidaten machten deutlich, dass hier noch keine abschließende Meinungsbildung erfolgt sei. Es sei sehr schwierig den Spagat zwischen Denkmalschutz und dem wichtigen Ziel der Förderung erneuerbarer Energie zu finden.
Auch die Anbindung der Ortschaften an den öffentlichen Nahverkehr wurde wie bei einigen vorherigen Veranstaltungen kritisiert. Die Freien Bürger versprachen, sich im neuen Kreistag für eine Verbesserung einzusetzen, sofern die dafür notwendigen zusätzlichen Mittel bereitgestellt werden können.