Konzept Stadt auf der Höhe aufrechterhalten, FBW zu Gast auf dem Reinhardhof
17 Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Bürger Wertheim stellten sich auf dem Reinhardshof vor. Zur Sprache kamen der Entwicklungsstand dieses nach wie vor aufstrebenden Stadtteils sowie Fragen zur Umfahrung, zur Nutzung des Gebäudeleerstandes und zu Erfahrungen mit den Jugendzentren.
Sehr engagiert gab Walter Ploch, zugleich Stadtteilbeiratsvorsitzender und Kandidat der FBW einen Überblick über die Situation auf dem Reinhardshof. „Das Konzept der Stadt auf der Höhe sollte aufrecht gehalten werden“. Der Stadtteil hat bisher eine beispielhafte Entwicklung hinter sich. Es kommt jetzt darauf an Fragen des Gebäudeleerstandes anzugehen und in ein städteplanerisches Konzept einzubinden. Insbesondere die Veräußerung der alten Armeekomplexe gestaltet sich schwierig. Hinterfragt werden müsse die Preisgestaltung als möglicher Grund. Zum Altenpflegeheim gab Ploch bekannt „ die planen wohl noch“. Fakt ist, dass der Gemeinderat Fristen setzte und bis Mitte des Jahres etwas geschehen muss. Als gutes Beispiel der Wahrnehmung der Kritiken aus dem Stadtteilbeirat führte Ploch an, dass sowohl auf die Gestaltung des Daches als auch der Anzahl der vorgesehenen Parkplätze im Rahmen der Projektierungsphase des Pflegeheimes erfolgreich Einfluss genommen werden konnte. Peter Scherotzke hob die beachtliche Entwicklung des Stadtteils mit einem bundesweiten Vergleich hervor, in dem er feststellte, dass in anderen Konversionsgebieten in Baden-Württemberg nicht einmal 25 Prozent dessen was hier passiert ist so schnell und so erfolgreich umgesetzt werden konnte. Dennoch könne man sich auch kritischen Dingen nicht verschließen und müsse bei solchen Themen wie der Preisgestaltung möglicher Veräußerungen nachfassen.
Gerhard Kohout erwähnte, dass die Hauptlast der Ausbauten bei der Steg/Wohnbau lag und auf hohe Wohnqualitäten, wie zum Beispiel mit sehr guten Parkettböden, geachtet wurde. Hans-Jürgen Hogh quittierte als Bewohner des Reinhardshofes eine sehr ordentliche Wohnqualität.
Zur Umgehungsstraße, einem der weiteren drängenden Themen auf dem Reinhardshof, gibt es Studien und mehrere Varianten. Wichtig sei es, so erläuterte Walter Ploch, die Planungen mit allen betroffenen Stadtteilen und Ortschaften wie Wartberg, Bestenheid und Vockenrot abzusprechen.
Kurt Kraft bedauerte, dass Wertheim nicht mit einer für die Lebensqualität und Lebendigkeit notwendigen schulischen Einrichtung überregionalen Ranges aufwarten kann. Viel Logistik wäre auf dem Reinhardshof angesichts der Leerstände vorhanden. Detlef Hartmann wies darauf hin, dass die Ansiedlung universitärer Einrichtungen heute nur noch auf dem Weg von Kooperationen möglich ist. Aktuell gäbe es in Bronnbach Entwicklungen, für die er in seiner Zeit als Kulturmanager der Stadt mit den Grundstein legte. Eine Belebung des Reinhardhofes dagegen wäre durchaus denkbar, wenn man sich Kooperationen mit Kunsthochschulen öffnen könne und leerstehende Gebäude zu kurzzeitigen Workshops oder Kunstseminaren anbietet. Hier Modelle mit den Übernachtungsmöglichkeiten in der Polizeiakademie zu suchen, wäre ebenso naheliegend wie die Einbindung der bestehenden Jugendzentren. Bestandteil dieser Überlegungen müsste ebenso die Einbeziehung des Messegeländes für unterschiedlichste Jungendveranstaltungen sein, ohne bürokratischen Hemmnisse und finanzielle Totschlagargumente seitens der Verwaltung, wie es in der Vergangenheit bereits geschehen ist.. Auf ein gutes Team der Jugendarbeiter und der Verantwortlichen der Halle 115 kann man jederzeit bauen. Auf diesem Hintergrund erinnerte Frau Dr. Finkenauer an das mit 1,1 Mio DM finanzierte Messegelände. Nicht nur diese unnötige Geldausgabe sei angesichts des nutzbaren THW-Geländes inakzeptabel gewesen, auch die derzeitige unhaltbare Situation, dass dieses teure Gelände außerhalb der im zweijährigen Turnus stattfindenden Wirtschaftswoche einfach brach liegt. Die FBW wollen Anstoß dazu geben, dass ähnlich wie bei den Gebäudeleerständen die Verwaltung im Sinne eines Konzeptes „dem Reinhardshof leben geben!“ umdenken muss.