Höhefelder fragen: Wann kommt endlich unsere Halle?

Schwerpunktthemen der FBW-Veranstaltung am Mittwoch in Höhefeld waren neben dem Gemeindehaus, die Entwicklung der städtischen Finanzen, der Nutzen des Hofgartenschlösschens für die Ortschaften, die Kinder- und Jugendförderung sowie die Finanzierung der Wald- und Feldwege.

„Ihr Problem mit der ständigen Vertröstung zum Bau der Halle ist  bestes Beispiel dafür, dass absolute Mehrheiten und die Verfolgung von Parteininteressen sich negativ in der Kommunalpolitik auswirken können“ fasste Detlef Hartmann die Diskussion zur Halle zusammen. Mit der anstehenden Kommunalwahl gäbe es die Chance, dies zum besseren zu wenden. Zuvor berichteten die Höhefelder von der bitteren Odyssee. Die derzeitige Halle ist marode, die Jugend trifft sich in einer Garage, die Ortschaftsverwaltung  benötigt vernünftige Arbeitsräume und die Feuerwehr erwartet vom Neubau erhebliche Verbesserungen. Alt-OB Gläser machte den Höhefeldern Hoffnung auf Zuschüsse vom Land, wenn der Halleantrag in  einen Antrag für ein Gemeindehaus umgewandelt wird. Hoffnungsvoll plante man die Verbesserung für alle genannten Einrichtungen unter einem Dach. Doch was bis heute nicht kam, war der Neubau. Mit Bitterkeit beobachtete man dagegen den später beantragten Neubau in Reicholzheim. „Der Bau dort wurde mit der absoluten Mehrheit einer Fraktion entschieden. Die FBW stehen dafür, dass die nächste Halle in Höhefeld entsteht.“ betonte Peter Scherotzke und wurde von Songrit Breuninger unterstützt, die die Sorge einer weiteren Ungerechtigkeit mit der eventuellen Bevorzugung von Bettingen ausräumte „ Uns im Ortschaftsrat ist bei allem eigenen Interesse an einer Halle bewusst, dass Höhefeld oben auf der Liste steht. Wir unterstützen das.“

Zur sorgenvollen Entwicklung der städtischen Finanzen machte Peter Scherotzke auch ein wenig Mut. Die Finanzlage unserer Stadt hängt nicht nur von den Unwägbarkeiten mit der offenen CWW-Investition ab, sondern die bundesdurchschnittliche wirtschaftliche und steuerliche Entwicklung muss gesehen werden. Die Wirtschaftsweisen haben aktuell ein Plus von 1,5 % prognostiziert. Den Blick auf die städtischen Ausgaben weiter zu schärfen und mit einer stärkeren FBW- Fraktion erfolgreicher zu kontrollieren, sieht Gerhard Kohout als Konsequenz aus den Beispielen laufender Investitionen. So wurden nach seinen Worten u.a. für die Erweiterung des Gymnasiums statt der geplanten 5 Mio DM am Ende 5 Mio Euro. Dr. Jutta Finkenauer brachte das Beispiel des Messplatzes ein, wo 1,1 Mio. DM investiert wurden obgleich das THW-Gelände ausgereicht hätte.

Fragen der Höhefelder zum Nutzen des Hofgartenschlösschens für die Ortschaften wurden durch Detlef Hartmann mit der Wechselwirkung der kulturellen Infrastruktur als weicher Standortfaktor für die Entscheidung von Ansiedlungsvorhaben begründet. Ein erfolgreicher Almosenberg bringt Geld in die Kasse des städtischen Haushaltes und macht mittelfristig auch Investitionen auf den Ortschaften wieder möglich. Das Schlösschen ist historisches Kulturgut und muss erhalten werden, bevor es zusammen fallt. Dennoch sollte geprüft werden, ob nach der baulichen Sicherung weitere Investitionen in bessere Zeiten zu verschieben wären. „Und für die Nutzung ist ein Konzept mit Leben notwendig, damit das Haus ein Besuchermagnet wird.“

„ Zu den Auswirkungen der Verwaltungsreform kann man heute noch nicht viel sagen, meinte Gerhard Kohout. Fest steht, dass 251 Personalstellen vom Land auf den Kreis umverteilt werden, die Landräte sich dagegen zu 20 % Einsparungen verpflichtet haben und sich dies auf die Kommunen auswirkt. Deshalb ist es wichtig, dass der Bürger auch im Kreis gut vertreten wird. „Das Thema Feldwege haben wir in allen Ortschaften“ brachte sich auf Anfrage Hubert Sadowski ein. Er schlägt den Ortsvorstehern vor, einen Prioritätenkatalog für die nächsten zwei Jahre  zu erstellen um festzustellen, was angesichts der knappen Kassen unbedingt notwendig ist.

Mit „Wohl auf für Höhefeld“ schloss Peter Scherotzke die Veranstaltung ab und dankte für die Gastfreundschaft und die offene und konstruktive Diskussion.