Freie Bürger stellten sich in Dertingen vor

Am Mittwoch trafen sich die Freien Bürger Wertheim mit interessierten Wählern in Dertingen. Schwerpunkte neben vielen ortseigenen Themen waren Fragen zur Zukunft des Krankenhauses, zur Stadthalle und zum Moscheestandort.

„Wie werden sich die FBW bewegen, wenn es um das Krankenhauses gehen wird?“ lautete die erste Frage. Frau Dr. Finkenauer machte deutlich, dass der Gemeinderat  sich dringend aufschlussreiche Zahlen von dem beauftragten Beratungsunternehmen erhofft. „Sobald die vorliegen bewegen wir uns! Umstrukturieren, Unwirtschaftliches einschränken oder auslagern, Spezialisierungen ausbauen und auf geringere Bettenzahlen mit Kooperationsideen im Sinne eines Gesundheitszentrums zu reagieren, all das gilt es zu diskutieren um das jährliche Defizit von derzeit 700.000 Euro zu mindern und das erklärte Ziel zu erreichen, das Krankenhaus in städtischer Trägerschaft zu halten. Gerhard Kohout pflichtete bei, dass diese Überlegungen seiner Ansicht nach nur zum Ausbau und Spezialisierung des OP-Bereiches führen könne und auch angesichts des Wegfalls der Geburtenhilfe in umliegenden Krankenhäusern diese in Wertheim erhalten bleiben muss.

Dem angedachten Stadthallenkomplex stehen die FBW zunehmend skeptisch gegenüber. „Eine Stadthalle in Wertheim kann nur funktionieren, wenn sie von FOC- und Hymer-Besuchergruppen partizipiert“  Insbesondere mit den auf dem Almosenberg geplanten Amphitheater und der Veranstaltungshalle im Rahmen des CWW-Projektes sehen die FBW eine ungesunde Konkurrenzsituation. Um Auslastungszahlen zu erreichen würde eine Stadthalle in Altstadtnähe zwangsläufig für Handelausstellungen und Messen genutzt werden müssen, die sich negativ auf den Wertheimer Einzelhandel auswirken. Die aktuellen Nachrichten aus Würzburg mit einem dortigen Hallenneubau und  einem dort kalkulierten Einzugsgebiet von 60 km müssen ebenfalls in die Überlegungen in Wertheim einfließen.

Das Dertinger Interesse an der Meinung der FBW zur Standortfrage der Moschee war sehr groß. „Wir warten zunächst die Ergebnisse des eingeleiteten Planungsprüfverfahren ab, in dem alle Träger öffentlicher Belange einbezogen und gehört werden müssen. Danach können wir bewerten.“ antwortete Peter Scherotzke. Auf den Einwand, dass der Investor bereits ein Grundstück erworben hätte, wusste Gerhard Kohout zu berichten, dass zwei Nachbarn sich äußerten das Grundstück auch erwerben zu wollen. „Für mich ist nach wie vor der Molkereistandort geeigneter“ führte er weiter aus. „Wir waren beim türkischen Verein und wissen, dass eine große Zahl der älteren türkischen Mitbürger mit einem würdigen Gebetsraum ohne Muezzin und in angemessener Größe zufrieden wären. Der Vorwand zu hoher Grundstückspreisverluste  erscheint fragwürdig, wenn gleichzeitig für aktuelle Gedankenspiele beim Bahnhofsareal 670.000 Euro Mindereinnahmen aus eventuellen Grundstückserlösen keine Rolle spielen sollen. Prunkbauten und Größenordnungen wie in Würzburg mit 3.500 Gläubigen, sind für Wertheimer Verhältnisse nicht akzeptabel. Christian Wüst meinte, eine Moschee ausgerechnet in die Nähe einer überwiegend von Russlanddeutschen besuchten Diskothek zu bauen, sei ein Pulverfass, vor allem wenn vermehrt türkische Hochzeiten in der Moschee gefeiert werden.

Fachkompetent brachten sich Werner Kozyra und die Ortschaftsräte Dieter Diehm und Hubert Sadowski zu weiteren Themen ein. Der Lärmschutzwall erfährt seit Jahren einen ständigen Weiterbau auch wenn dieser im Moment wegen der Mautproblematik etwas stagniert. Zurzeit steht der Ausbau bei einer Höhe von 4 Metern aus reinem Erdaushub. Geplant ist  das Aufbringen einer 3 Meter hohen Wand, so dass ein Höchstmaß an Lärmschutz gewährleistet sein wird. Vom Wasserschutzgebiet Aalbachtal hängen etwa 35000 Einwohner ab. Staatliche Subventionen im Trinkwasserbereich dürfen nicht zur Disposition gestellt werden. Die FBW-Gemeinderäte wollen das ihrige dazu beitragen.