Die Freien Bürger Wertheim nehmen die Bettinger Sorgen und Nöte sehr ernst
Schwerpunkt des Bettinger Abends der FBW waren die Wertheimer Ungerechtigkeiten zum Thema Hallenneubau. Neben vielem anderen wurden Fragen zum Bestand des Krankenhauses, der Schulreform, zum städtischen Haushalt sowie Fragen zur Hallenmiete ebenso intensiv diskutiert.
„Die Höhefelder haben reihum die Zusage, dass der nächste Hallenneubau bei Ihnen stattfindet“ betonte Songrit Breuninger auf die Frage, warum als Ausgleichmaßnahme für die Grundstückserlöse vom Almosenberg die lang ersehnte Halle nicht endlich kommt. Nicht nur diese offene Frage, die angesichts eines völlig unverständlichen vorgezogenen Neubaus in Reicholzheim zu großer Verärgerung führte, sondern auch Ungleichbehandlungen bei der Flickteerung oder der Grünflächenpflege ließen in Bettingen den Eindruck erwecken, bei der Wertheimer Verwaltung nicht genügend Beachtung zu finden. „Bedenken Sie bitte die bisherige politische Gewichtung im Gemeinderat“ wies Songrit Breuninger auf die Ohnmacht anderer politischer Kräfte gegen Beschlüsse der bisherigen Mehrheitsfraktion. Kurt Kraft ergänzte, dass generell auf den Ortschaften geschickter gewirtschaftet und durch Eigenleistung Grünflächenpflege betrieben wird.„Die mangelnde Wahrnehmung der Leistungen auf den Ortschaften im Vergleich zur Kernstadt ist ein generelles Problem“ meinte auch Achim Hiller. Peter Scherotzke führte an, dass wir einem gesellschaftlichen Phänomen gegenüberstehen. „Überall sind Eigenleistung in Ortschaften stärker ausgeprägt, als in Städten. „Dennoch dürfe nicht außer acht gelassen werden, dass gerade die Veräußerung der Grundstücke mehr Arbeitsplätze hervorbringen, die Steuern in die Kassen bringen und Investitionen zu lassen, bemerkte Wirtschafts- und Finanzfachmann Markus Götz Dem Wunsch nach mehr spürbarem Rückfluss aus den Bettinger Ansiedlungen kann er voll nachempfinden.
Ob denn die FBW mit einer Stimme auftreten, wenn es um die Zukunft des Krankenhauses gehen wird, fragte ein interessierter Wähler.Wir setzen alles daran das Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft zu belassen, antwortete Frau Dr. Finkenauer .Gleichzeitig muss klar sein, dass Defizitsummen von jährlich 700.00 Euro nicht mehr zu decken sind. Der Gemeinderat wartet dringend auf aufschlussreiche Zahlen von dem beauftragten Beratungsunternehmen.“ An Hand der Ergebnisse müssen wir über neue Ansätze nachdenken und verschiedene Kooperationsmodelle mit einschließen. Diese Überlegungen können aber seiner Ansicht nach nur zum Ausbau und Spezialisierung des OP-Bereiches und zu sichere Erhalt der Geburtenhilfe führen , meinte ergänzend Gerhard Kohout. Werner Kozyra fragte sich angesichts der Handhabung in der freien Wirtschaft, ob auch das Management des Hauses einer Prüfung unterzogen wird. „Wenn in einem Berieb über Jahre rote Zahlen geschrieben werden, dann muss sich die Geschäftsführung Fragen gefallen lassen. Im Wertheimer Krankenhaus sehe ich seit Jahren das gleiche Management.“
Einen breiten Raum nahm das Thema der Schulreformen ein. Martin Gillig beklagte, dass er es als Unternehmer zu spüren bekomme, wie sehr das Bildungsniveau der Schulabgänger nachgelassen hat. „Unterrichtsentwicklung auf der Grundlage einer neuen Lernkultur“ ist nach Meinung von Detlef Hartmann, dem Gesamtelternbeiratsvorsitzenden der Stadt Wertheim Kernthema der in Baden Württemberg anstehenden Schulreform. Als Antwort auf Pisa müsse ein neues Lern- und Lehrverständnis greifen.
Zum Thema Haushalt stellte Martin Gillig fest, dass die landläufige Meinung ein städtischer Haushalt sei mit einem privaten nicht vergleichbar, falsch ist. „Es geht um Einnahmen und Ausgeben. Fehlen die Einnahmen müssen eben Ausgaben in unsinnigen Bereichen gekürzt werden“ Werner Kozyra wies zudem auf erzieherische Effekte bei Haushaltskürzung hin. .“Im Gebäudemanagement ist viel geschehen. Der Wasserbrauch geht plötzlich stark zurück.“
Die Forderung für Hallenutzungen Miete zahlen zu müssen, stieß in Bettingen angesichts hoher Eigenleistungen der Vereine auf großes Unverständnis. Hubert Sadowski erläuterte die Edelfinger Beschlüsse, die von allen eine 20prozentige Beteiligung abverlangen. Im Gegenzug wurden die Fördertöpfe der Vereine nicht gekürzt, dass war den Ortschaftsräten wichtig. Dieter Diehm machte aber darauf aufmerksam, dass diese Nutzungspauschale angesichts des Zustandes der jeweiligen Halle zu ungleichen Belastungen und damit wieder zu Ungerechtigkeiten führen. Eine marode Halle ohne Isolierung wie in Bettingen, benötigt mehr Energie, als eine frisch aufgebaute oder restaurierte.