Freie Bürger besuchten Eichel/Hofgarten

Die Haushaltskonsolidierung steht bei den „Freien Bürger Wertheim“ an erster Stelle des Maßnahmenkatalogs. Darauf bezugnehmend wurde im Wahlgespräch im Sportheim Eichel/Hofgarten nach den Vorstellungen gefragt, wie die FBW dieses Ziel zu ereichen gedenken. Konkret solle sich die Gruppierung äußern, ob zum Zwecke der Einsparung im kommunalen Haushalt an das so genannte Gießkannenprinzip oder viel mehr an Prioritätensetzung und das Hinterfragen einzelner Einrichtungen gedacht würde. Peter Scherotzke führte dazu aus, dass bereits 1982 zum Zeitpunkt der ersten Haushaltsaufstellung unter OB Gläser schwierige Zeiten bestanden. „Die Enden waren nicht zusammen zu bekommen und damit war die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gemeint“. Damals griff man nicht auf das Mittel einer Haushaltsklausurtagung zurück, sondern kürzte alle Sachmittel um 10 %. Dieses Gießkannenprinzip wäre in der heutigen Lage grundsätzlich falsch. Wir müssen Prioritäten setzen. Vornan steht der Erhalt des Krankenhauses. Sorgenvoll blickte Scherotzke voraus in dem er sagte „Jeder Haushalt ist als ungesund zu bezeichnen, wenn Erlöse für konsumtive Bereiche ausgegeben werden.“ Alle wüssten, dass wir im Moment auf Erlöse aus dem Grundstücksverkauf für CWW warten um unter anderem die Altlasten aus konsumtiven Bereichen abdecken zu können. Das sage alles. Gerhard Kohout ergänzte, dass die negative Zuführungsrate im Verwaltungshaushalt nicht ausgeglichen sei. Die Verwaltung hat deshalb den Auftrag eine Personalstrukturuntersuchung durchzuführen. Mit deren Ergebnis müsse man Sanierungsmöglichkeiten angehen, wie sie in Betrieben  an der Tagesordnung stehen, wenn sich der Betrieb in ähnlicher wirtschaftlich prekärer Situation befindet, wie derzeit der Konzern Stadt Wertheim.“ Wir warten auf Daten. Alle Freiwilligkeitsleistungen müssen auf den Prüfstand. Dazu gehört zum Beispiel die Beantwortung der Frage, ob das Grafschaftsmuseum mit einem vergleichsweise hohen Personalaufwand betrieben werden müsse.“ so Kohout weiter. Frau Dr. Finkenauer legte Wert auf die Feststellung, dass die FBW nicht mit dem eisernen Besen auf das Personal zugehen wollen, aber solche Fragen wie zur Besetzung der Städtebau und –planungsabteilung dürfen keine Tabuthemen sein, wenn wir uns in einer Situation befinden, die uns absehbar bis 2007 keine Neubauten und damit auch keine Planungen mehr ermöglichen. Am Beispiel des Grafschaftsmuseums deutete Detlef Hartmann auch andere problemlösungsorientierte Wege an. Niemand stelle die Arbeitsqualität der Museumsleitung in Frage. Deren enormeVerdienste als Kreisheimatpfleger und als Stadthistoriker bescheinigen unter anderem viele Ortsvorsteher. Dieser Aufgabenbereich müsse jedoch vom Museum getrennt bewertet und gegebenenfalls auch personalpolitisch festgeschrieben werden. Das Museum jedoch muss in Imagefragen und Außenwirkung überdacht und zeitgemäß ausgerichtet werden um mehr Einnahmen über höhere Besucherzahlen und modernes Marketing zu erzielen. Ein weiterer Aspekt,  meinte Hartmann weiter, sei die Sicht auf andere kulturelle Einrichtungen. Bevor es hier an noch härtere Einschnitte oder sogar Schließungsabsichten geht, müsse mit gleichem Engagement um die Einrichtungen gekämpft werden, wie man sich zum Beispiel seitens der Verwaltungsspitze um die Sponsorenakquise für das Benefizkonzert mit Justus Frantz bemühte.

Neben dem Krankenhaus, zu dem die bekannten Positionen der FBW verdeutlicht wurden, war ein weiteres Themenfeld der sehr substantiellen Diskussion mit den Wählerinnen und Wählern in Eichel die Sorge der weiteren Förderung der Vereine. Peter Scherotzke erläuterte dazu die überfraktionelle Beschlusslage der Haushaltsklausurtagung in Edelfingen, mit der Aussage, dass die Vereinsförderung nicht angetastet werden solle. Songrit Breuninger schloss mit der allumfassenden Feststellung ab, dass es uns gelingen müsse, unter der Bürgerschaft noch mehr das Bewusstsein für die tatsächliche Finanzsituation der Stadt zu schärfen und damit die Bereitschaft zur Übernahme von mehr Eigenverantwortlichkeit des einzelnen zu erreichen.