Freie Bürger in Sonderriet

Neben dem in Wertheim flächendeckenden Thema Krankenhaus, besprachen die Freien Bürger Wertheim mit einer großen Gästezahl in Sonderriet  die sorgenvolle Situation des Kindergartens sowie Fragen zur Stadthalle und zum Selbstverständnis der Freien Bürger.

Wie sehr das Thema Krankenhaus die Gemüter bewegt und die besorgte Diskussion durch die öffentliche Betriebsausschusssitzung noch verschärft wurde, zeigte allein der Zeitraum, den dieses Thema wie auch bereits in Dörlesberg und Dietenhan mit über einer Stunde intensiven Gespräches unter Moderation durch Werner Kozyra mit den inhaltlich gleichen Statements der FBW einnahmen. 

In einer Zwickmühle sehen sich die Eltern des Sonderrieter Kindergartens. Mangels der entsprechenden Kinderzahl in spätestens zwei Jahren wird befürchtet, dass der Kindergarten auf der roten Liste stünde. Andererseits sind Spielgeräte marode, so dass sich der Elternbeirat dazu entschlossen hat, trotz des Damoklesschwertes 4000 Euro für eine Spielgräteanschaffung einzubringen. Es wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die FBW auch 2005 an Sonderriet denken.

Kurt Kraft betonte, dass eine drohende Schließung des Kindergartens ein herber Verlust für die Ortsentwicklung wäre. Leider habe man seinerzeit zu spät mit der Erschließung des Neubaugebietes begonnen. „Wären wir hier weiter, dann wäre die Existenzfrage unseres Kindergartens heute kein Thema. Fehlt allerdings der Kindergarten, müssen wir uns um das Neubaugebiet und der weiteren Ortsentwicklung größte Sorgen machen.“ so Kraft und fragte weiter „Welche junge Familie baut denn in einem Ort ohne soziale Infrastruktur?“ Bevor andernorts weitere Gruppen eröffnet werden, sollten auch die Möglichkeiten der Ergänzung solcher Kindergärten wie in Sonderriet mit Kindern aus anderen Ortschaften bzw. Stadtteilen geprüft werden. Detlef Hartmann schlug vor, es vor allem den Waldenhausenern gleich zu tun und viel Eigeninitiative auch in der Werbung für den Kindergarten zum Beispiel auf der Grundlage eines erweiterten Angebotes für unter Dreijährige zu unternehmen. Walter Ploch  brachte es abschließend auf den Punkt: „Kindergarten und Kirche müssen im Dorf bleiben!“

Baufachmann Hans –Karl Hollenbach äußerte sich zum Ziel der Innenstadtentwicklung. Die Kernfrage sei, ob wir eine Tourismusstadt oder eine Einkaufsstadt wollen. Dem müssen sich die Konzepte unterordnen bis hin zur Attraktivitätssteigerung der Burg als Wahrzeichen der Stadt. Stadthallenüberlegungen dürfen nach seiner Auffassung  nicht losgelöst von angrenzende Entwicklungen durchgeboxt werden. In Würzburg entsteht ein großes Einkaufs- und Veranstaltungszentrum welches mit Gästen  im Umkreis von 45 Autominuten kalkuliert wird. Eine Stadthalle in Wertheim hat dagegen kaum eine Chance.

Sehr dankbar für die Frage zum Selbstverständnis der Freien Bürger  zeigte sich Frau Dr. Finkenauer. „Wichtig in unserer Wählervereinigung ist, dass es keinen Fraktionszwang gibt. Wir sind eine homogene Truppe, keine Partei sondern ein politischer Zusammenschluss und sehen uns aus der bürgerlichen Mitte kommend.“ Ausschlaggebend sei die gleiche Wellenlänge der Mitglieder der FBW. Davon zeugt, dass die FBW stets mit einer großen Anzahl Kandidatinnen und Kandidaten in die Wahlveranstaltungen gehen. Auf der FBW-Liste gibt es keine Füllstimmen oder so genanntes „Stimmvieh“. Die inhaltlichen Positionen sind maßgeschneidert für die Wertheim.  Zu der Frage, ob denn ein mangelnder Fraktionszwang nicht die Arbeit im Gemeinderat sogar behindern könnte, antwortete Finkenauer weiter „ Natürlich versuchen wir in unseren Fraktionstreffs zur Vorbereitung der Gemeinderatssitzungen mit konstruktiver und sachbezogener Diskussion Konsens untereinander zu erreichen. Offen, ehrlich und ohne Gram, wenn die Meinung eines einzelnen mal nicht die Zustimmung der anderen erfährt, so gehen wie miteinander um.“ Detlef Hartmann ergänzte „Die FBW haben außerdem ein Programm, nicht nur für die Wahlzeit, sondern für die kommende Legislaturperiode. Diese Programm unterliegt der ständigen Aktualisierung nicht zuletzt aus dem direkten Kontakt mit dem Bürger heraus, denn ihn vertreten wir.