Freie Bürger Wertheim haben einen neuen Vorstand Marcus Götz zum neuen Vorsitzenden gewählt – Martin Gillig ist Stellvertreter
Bei der Jahreshauptversammlung der Freien Bürger Wertheim (FBW) am vergangenen Mittwoch standen die turnusmäßigen Neuwahlen des Vorstands im Mittelpunkt.
Jeweils einstimmig wurde Marcus Götz zum neuen Vorsitzenden und Martin Gillig zum Stellvertreter gewählt. Das Führungsteam komplettiert Ludwig Oberdorf als Schriftführer und Hans-Jürgen Hogh als Kassierer.
Marcus Götz tritt damit die Nachfolge von Werner Kozyra an. Kozyra war als Nachfolger von Peter Scherotzke im vorletzten Jahr in den Gemeinderat eingezogen. Da bei den FBW eine Trennung von Amt und Mandat favorisiert wird, trat Kozyra nun nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr an, um sich verstärkt der Gemeinderatsarbeit widmen zu können. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Kurt Kraft kandidierte ebenfalls nicht mehr.
Für das große Vertrauen für die nun erfolgte Wahl zum Vorsitzenden bedankte sich der 36-jährige bei allen anwesenden Mitgliedern und dem scheidenden Vorstand. Nach der letzten Kommunalwahl wurde Marcus Götz von den FBW in den Altstadtbeirat entsandt..
Die neu formierte Führungsmannschaft sei bestrebt gemeinsam mit den Mandatsträgern in Gemeinderat und Kreistag die FBW bereits jetzt für die in zwei Jahren anstehende Kommunalwahl aufzustellen und zu positionieren. Neben der Gewinnung neuer Mitglieder stehe dabei insbesondere eine stärkere Profilierung und Verbesserung der Außendarstellung im Vordergrund.
Hierzu soll vor allem die Zahl der Außentermine deutlich erhöht werden. Angesichts zahlreicher wichtiger Themen, wie die Sanierung der Realschule, Neupositionierung und Zukunft des Krankenhauses, Aufstiegshilfe zur Burg, Innenstadtentwicklung sowie vieler weiterer Themen auf den Ortschaften sei es unabdingbar, stärker vor Ort zu sein als bisher.
Es sei nicht Aufgabe der Kommunalpolitik Verwaltungsvorlagen kritiklos abzusegnen, sondern die Anregungen, Wünsche und auch Ängste der Bürger ernst zu nehmen und in die Gremien zu tragen.
Götz zeigte sich überzeugt, dass es gemeinsam mit den motivierten Mitgliedern der Freien Bürger auch in Zukunft gelingen wird, eine gewichtige Rolle bei der Gestaltung und Umsetzung der anstehenden Aufgaben im Interesse der Bürger zu spielen. Wichtig sei hierbei, dass die FBW weiterhin Ihre Unabhängigkeit unter Beweis stellen und nicht nur als Abnickverein zu Gunsten der Fraktion oder des Oberbürgermeisters dienen.
Ferner gaben die Gemeinderatsmitglieder einen Überblick über anstehende Projekte. Insbesondere das Krankenhauses stand hierbei im Mittelpunkt. Dr. Finkenauer bedauerte außerordentlich, dass Dr. Kazmierczak das Krankenhaus schon nach kurzer Zeit als Direktor wieder verlasse. Es sei bemerkenswert, was er in den letzten Monaten alles bewegt und angestoßen habe. Sie hoffe, dass man schnell einen kompetenten Nachfolger finde, der die begonnenen Veränderungsprozeße fortführt.
Die FBW stünden klar zur städtischen Trägerschaft. Man müsse nun abwarten, was sich aus dem am Montag im Gemeinderat vorzustellenden Gutachten zum Sanierungsbedarf ergebe.
Zur geplanten Aufstiegshilfe auf die Burg stellte Kozyra klar, dass noch kein Beschluß für den Bau gefasst wurde. Der Gemeinderat habe die Verwaltung beauftragt das vorliegende Konzept zu verfeinern und weitere Alternativen aufzuzeigen. Die FBW stünden geschlossen hinter dem Plan einer Aufstiegshilfe zur Burg.
Zur Realschule erklärte Gerhard Kohout, dass eine Sanierung unumgänglich sei und man daher die erheblichen Mittel hierfür bereitstellen müsse.
Martin Gillig kritisierte die Informationspolitik der Verwaltung scharf. Angesichts anstehender Millionen-Investitionen könne es nicht sein, dass bis heute nicht klar sei, ob die eingeplanten Beträge aus den Creativ-Welten überhaupt realisiert werden könnten. Altstadtbeirat Hans Hollenbach erklärte hierzu, dass die Verwaltung klare Fristen setzen müsse, um anderen Ansiedlungswilligen Perspektiven aufzeigen zu können.