Freie Bürger Wertheim kamen in Bettingen zusammen

Die Mitglieder der Freien Bürger Wertheim begrüßte der Vorsitzende Marcus Götz am vergangenen Dienstag in Bettingen zu einem Meinungsaustausch und zur Diskussion aktueller kommunalpolitischer Themen.

Im Mittelpunkt stand dabei das Vorhaben der „Württemberger Ritter“ auf dem bislang als „Sondergebiet Golfplatz“ ausgewiesenen Areal zwischen Lindelbach und Bettingen einen Themenpark „Ritterland“ zu errichten.

Bettingens Ortsvorsteherin Songrit Breuninger ging auf den gegenwärtigen Stand des Projektes ein, und stellte auf einem Plan das dafür vorgesehene Gelände vor. Bislang sei zwar noch nichts entschieden, so Breuninger, auch der Alternativstandort Münsingen sei nach wie vor im Gespräch, die Investoren seien von dem Areal und dem verkehrsgünstigen Standort in Wertheim aber sehr angetan. Dass in Wertheim, im Gegensatz zu Münsingen, das Projekt überwiegend auf Zustimmung stoße, sei sicherlich ein Vorteil für Wertheim.

Von Marcus Götz auf die jüngst angestoßene Debatte über die Infrastruktur, Zufahrten und Parkplatzsituation angesprochen, erklärte die Ortsvorsteherin, dass für ein Vorhaben dieser Größenordnung auf jeden Fall ein Raumordnungsverfahren eingeleitet werden müsse. In diesem würden alle Träger öffentlicher Belange gehört und auch die noch offenen Fragen hinsichtlich der Verkehrssituation geklärt. Auf jeden Fall müsse die derzeit bestehende Gemeindeverbindungsstraße zwischen Lindelbach und Bettingen verlegt werden. Sie bleibe aber auf jeden Fall erhalten, würde aber eine neue Streckenführung erhalten, da die jetzige Straße das vorgesehene Areal genau durchschneide.

Insgesamt seien Investitionen von bis zu 45 Mio. Euro vorgesehen. Auch die Schaffung von ca. 160 Arbeitsplätzen sei ein gutes Argument für den Themenpark. Breuninger lobte in diesem Zusammenhang das bisherige Vorgehen der Verwaltung. Diesmal habe man den richtigen Weg gewählt und zuerst das Gespräch mit den betroffenen Grundstückseigentümern gesucht. Für Anfang Februar sei ferner eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant, um die betroffenen Bürger noch besser einzubeziehen.

Kritisch äußerte sich Stadtrat Werner Kozyra. Generell sei das Vorhaben selbstverständlich zu begrüßen, man solle aber auch an die letztlich gescheiterten Creativ-Welten-Wertheim denken. Über Jahre sei man hier hingehalten worden. Immer wieder sei von möglichen Investoren gesprochen worden, und am Ende sei das Projekt doch gescheitert. Man dürfe nicht übersehen, dass die Stadt bei solchen Großprojekten erhebliche Vorleistungen, inbesondere bei der Planung erbringe, die die Stadt auch viel Geld kosteten.

Nicht so kritisch sah Urphars Ortsvorsteher Martin Gillig den Trägerverein des Ritterlandes. Das ganze Konzept und der Verein wirkten auf ihn durchaus seriös. Bedenken äußerte er jedoch hinsichtlich möglicher Beeinträchtigungen von Urphar durch Lärmemissionen des Themenparks und das zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen auf der L 2310.

Auf die jüngsten Haushaltsberatungen und die Finanzsituation der Stadt ging Gemeinderat Johann Vogeltanz ausführlich ein. In fast allen Kommunen drohe für die kommenden Jahre eine desolate Haushaltslage. Die kürzlich von der Bundesregierung verabschiedeteten Steuerentlastungen würden die Haushaltslöcher auch in Wertheim noch weiter vergrößern, so Vogeltanz. Hinzu komme, dass aufgrund der guten Vorjahre nun erheblich höhere Umlagezahlungen auf Wertheim zukämen, so dass man sich auf schwierige Jahre einstellen müsse.

Auch das kürzlich in die Diskussion gekommene Wertheimer Tierheim kam an diesem Abend zur Sprache. Vogeltanz forderte, dass zunächst der Wertheimer Tierschutzverein klar sagen müsse, woran es mangele und seine finanzielle Situation offen legen müsse. Hierbei sei es nicht mit verbalen Aussagen getan, sondern die Probleme, Anliegen und Konzepte müssten schriftlich vorgelegt werden. Zunächst müsse der Verein seine Hausaufgaben machen und dann Forderungen stellen.

Auf keinen Fall dürfe das Wertheimer Tierheim aufgegeben werden, so Tibor Prager und stellte die Frage in den Raum, was eigentlich mit der Hundesteuer geschehe und man diese Einnahmen nicht teilweise dem Tierheim zugute kommen lassen könnte.

Leider sei die Öffentlichkeitsarbeit des Tierschutzvereins sehr unglücklich, so Dr. Jutta Finkenauer. Dies habe in den letzten Wochen zu großer Unsicherheit in der Bevölkerung geführt und auch bei spendenwilligen Bürgern zur Zurückhaltung geführt, den Verein in dieser unklaren Situation zu unterstützen.

Zuletzt wurde über die unbefriedigende Situation der Sperrmüllabfuhr im Main-Tauber-Kreis diskutiert. Johann Vogeltanz forderte eine Umstellung auf ein Rufsystem anstelle der zweimaligen Abholung im Jahr. Aus guten Gründen hätten sich die mittlerweile alle umliegenden Kreise auf für dieses System entschieden. Man werde dieses Thema im Kreistag weiterhin verfolgen und auf eine Änderung dringen.