Freie Bürger Wertheim trafen sich zu Meinungsaustausch
Die Mitglieder der Freien Bürger Wertheim begrüßte der Vorsitzende Marcus Götz am vergangenen Dienstag im Hofgarten zu einem Meinungsaustausch und zur Diskussion aktueller kommunalpolitischer Themen.
Zu Beginn stand ein Rückblick auf die Wirtschaftswoche. Nahezu alle Anwesenden hatten positive Eindrücke gesammelt. Auch die Aussteller mit den man gesprochen habe, hätten sich überwiegend zufrieden geäußert. Dr. Finkenauer wandte jedoch ein, dass man sich vor einer Wiederholung in zwei Jahren nochmals Gedanken über das Konzept machen solle. Inzwischen gebe es einfach zu viele solcher oder ähnlicher Veranstaltungen in der Region, die in Wettbewerb zueinander stünden. Selbstverständlich müsse auch der Gemeinderat vor einer Zustimmung zur nächsten Wirtschaftswoche die damit verbundenen Kosten für die Stadt genau abwägen, so Kozyra.
Kritik brachte Altstadtbereit Hollenbach an dem auf dem Messegelände Reinhardshof stattfindenden „public viewing“ während Fussball-WM vor. Eine solche Veranstaltung für Bürger und Fussball-Fans gehöre in die Altstadt, am besten auf den Marktplatz. Dann hätte auch die Gastronomie der Innenstadt etwas davon gehabt und nicht einzelner Unternehmer.
Eine längere Diskussion entspann sich um die Michaelismesse. Werner Kozyra kritisierte heftig, dass immer noch nach dem Motto „das haben wir schon immer so gemacht“ agiert werde, und man es versäumt habe die Michaelismesse auf das geänderte Konsum- und Freizeitverhalten der Bürger auszurichten.
Darüber hinaus werde viel zu wenig Werbung, insbesondere in der weiteren Region für das Volksfest gemacht. Es helfe nichts wahllos Plakate zu verschicken und zu hoffen, dass diese dann irgendjemand aufhängen werde.
Ferner wurde der Wunsch geäußert, dass sich der Betreiber von Wertheim-Village werblich stärker für die Michaelismesse engagieren sollten. Schließlich profitiere niemand mehr von dem verkaufsoffenen Messesonntag als die Firma Value-Retail.
Hans-Karl Hollenbach schlug vor, auch kulturelle Veranstaltungen stärker mit dem Outlet-Center zu verknüpfen und zu versuchen, Wertheim-Village als Werbepartner zu gewinnen. Insgesamt sei der Kulturtourismus eines der wenigen Felder, auf denen sich Wertheim noch entwickeln und positiv abheben könne. Hier sei aber auch die Fremdenverkehrsgesellschaft gefordert sich mehr einzubringen und neue Konzepte zu entwickeln.
Über die aktuelle Entwicklung beim Projekt „Ritterland“ berichtete Songrit Breuninger. Es werde nun ein Regionalplanänderungsverfahren eingeleitet. Dieses werde sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Danach sei dann der Gemeinderat aufgefordert endgültig über das Vorhaben zu entscheiden. Vor weiteren Diskussionen und Streitereien müsse man nun abwarten, was konkret bei diesem Verfahren herauskomme und gegegenfalls an Anforderungen an die Betreiber gestellt werde.
Letztlich stehe und falle das ganze Projekt jedoch auch mit der Bereitschaft der Grundstückseigentümer ihre Flächen überhaupt zu verkaufen.
Hubert Sadowski bekräftigte, dass die Entscheidung über das Ritterland letztlich auf den Ortschaften in Wertheim-Ost fallen werde.