Freie Bürger Wertheim besichtigten Firma BRAND

Zu einem Informationsbesuch mit Betriebsbesichtigung trafen sich in der vergangenen Woche Mandatsträger und Mitglieder der Freien Bürger bei der Firma BRAND GmbH & Co. KG in Wertheim.

Empfangen wurden sie vom geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Christoph Schöler und Geschäftsführer Hans-Walter Kern.

Wie FBW-Vorsitzender Marcus Götz einleitend erläuterte, haben sich die Freien Bürger eine Erweiterung ihrer Wirtschaftskompetenz auf die Fahnen geschrieben. Es gelte sich bei Entscheidungen im Gemeinderat stets darüber im Klaren zu sein, wo und wie die Wirtschaftskraft der Main-Tauber-Stadt geschaffen werde und sich regelmäßig bei Besuchen in der Industrie mit deren Wünschen und Problemen zu beschäftigen. Letztlich werde von den Wertheimer Betrieben die Gewerbesteuer erwirtschaftet, die von Gemeinderat und Verwaltung für Projekte der Stadt und für die Bürger ausgegeben würden. Zudem stellten nur qualifizierte und dauerhafte Arbeitsplätze die Zukunft der Stadt sicher.

In einer umfangreichen Präsentation wurde zunächst das Produktspektrum und die Philosophie des renommierten Wertheimer Unternehmens vorgestellt. Eindrucksvoll wurde hierbei dargelegt, dass BRAND längst nicht mehr reiner Produzent und Verarbeiter von Laborglas ist, sondern sich in den vergangenen Jahren zu einem kompetenten Komplettanbieter rund um das Thema Messen und Dosieren für Labore, Medizintechnik und andere High-Tech-Bereiche gewandelt hat. Eine leistungsfähige große Entwicklungsabteilung treibe dabei die Entwicklung neuer komplexer elektronisch gesteuerter Produkte oder solchen aus speziellen technischen Kunststoffen voran, so Dr. Schöler in seiner Präsentation. Daneben sei die Entwicklung von neuen Fertigungstechniken zu einem wichtigen Standbein geworden. So würde eine Vielzahl der bei BRAND eingesetzten technischen Anlagen selbst entwickelt. Dies garantiere einen deutlichen Vorsprung vor den Wettbewerbern und diene auch der langfristigen Sicherung von Know-How und damit natürlich auch den Arbeitsplätzen in Wertheim.

Nicht ohne Stolz verwies Dr. Schöler auf die hohe Ausbildungsquote. Derzeit werden bei BRAND 49 junge Frauen und Männer ausgebildet.

Zugleich beklagte Dr. Schöler in diesem Zusammenhang, dass das Fehlen hochqualifizierter Bewerber derzeit eine der größten Wachstumsbremsen für das Unternehmen darstelle. Man tue sich in Wertheim schwer, freie Stellen mit Naturwissenschaftlern und Technikern besetzen zu können.

Im Anschluss stellte Hans-Walter Kern das „BRAND Produktions System“ vor und erläuterte die Philosophie, die hinter dem ganzheitlichen Produktionssystem und dem Unternehmensleitbild von BRAND stehe. Im Fokus stünden hierbei absolute Fehlerfreiheit der Produkte, Effizienz, Termintreue und ständige Verbessserungsprozesse.

In einem Animationsfilm wurde dann die geplante Erweiterung des Werksgeländes und die damit verbundene Verbesserung der Werksstuktur vorgestellt. In einem ersten Schritt ist die Vergrößerung der Kunststofffertigung geplant; gefolgt von der Neuordnung der gesamten Logistikprozesse. Im letzten Ausbauschritt soll dann das auf der gegenüberliegenden Seite der Otto-Schott-Strasse befindliche Grundstück sukzessive mit Fertigungsanlagen überbaut werden.

Stadtrat Werner Kozyra lobte in diesem Zusammenhang die proaktive Kommunikationspolitik des Unternehmens, das bereits frühzeitig mit den Plänen nicht nur an die Verwaltung herangetreten sei, sondern das Projekt auch zeitnah dem Stadtteilbeirat und damit der Bevölkerung vorgestellt habe.

Beim Betriebsrundgang zeigten sich die Mitglieder der Freien Bürger von der Fertigungstechnik, der hochmodernen Werksstruktur und den Betriebsräumen sehr beeindruckt.

In der anschließenden Diskussion in den Schulungsräumen des Unternehmens wurde durch Dr. Schöler die Notwendigkeit günstiger Energiepreise als bedeutende Standort- und Wettbewerbsfakoren angeführt. Hier seien die Stadtwerke Wertheim gefordert, die weitere und dauerhafte Verbesserungen für Ihre Kunden erzielen müssten.

Ferner wünsche sich die BRAND-Geschäftsleitung und Belegschaft flexiblere Öffnungszeiten der Kindergärten. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Mitarbeiter sicherstellen zu können, habe man bereits spezielle Arbeitszeitmodelle für Mitarbeiter mit Kleinkindern entwickt.

Trotz einiger Wermutstropfen, wie z.B. dem Fachkräftemangel, fühle man sich aber am Standort Wertheim gut aufgehoben. Die geplante umfangreiche Erweiterung der Produktion sei ein klares Bekenntnis zu Wertheim. Eine Produktion im Ausland sei daher nicht vorgesehen; dafür sei auch die Sicherung des Know-Hows zu wichtig für die Zukunft des Unternehmens.

FBW-Vorsitzender Marcus Götz gab zum Schluss bekannt, dass die Reihe „FBW trifft Wirtschaft“ in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt werde. Als nächstes stünde voraussichtlich der Besuch eines Maschinenbauers auf dem Programm.