Freie Bürger informierten sich in Höhefeld
Im Rahmen Ihrer regelmäßigen Besuche auf den Ortschaften trafen sich die Freien Bürger Wertheim mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern am Dienstag in Höhefeld.
Wie Vorsitzender Marcus Götz einleitend erläuterte, war der Hauptgrund für den Besuch die Errichtung eines landwirtschaftlichen Anwesens „Am Wassersteinchen“ und eine damit einhergehende Brunnenbohrung, die nicht nur in Höhefeld selbst, sondern auch in den benachbarten Ortschaften Urphar, Dietenhan und Lindelbach derzeit zu Diskussionen Anlass gibt.
Ortsvorsteher Matthias Roos ging zunächst auf die zeitliche Abfolge der verschiedenen Anträge ein, die seit dem Grunderwerb durch eine Würzburger Unternehmerin gestellt worden waren. Hierbei brachte er seine Befürchtungen zum Ausdruck, dass durch den „scheibchenweise“ erfolgenden Ausbau des Gehöfts am Ende eine Größenordnung erreicht werde, die so unter Umständen von Anfang an gar nicht genehmigt worden wäre. Für ihn bewege sich das Ganze mittlerweile eher im Bereich eines Gewerbebetriebs als einer Landwirtschaft. Auf insgesamt 25 Hektar Fläche sollen unter anderem Gemüse und Kräuter angebaut werden. Auch entsprechende technische Einrichtungen zum Waschen und Verpacken seien vorgesehen.
Wie sich in der Diskussion mit den am Treffen teilnehmenden Höhefeldern zeigte, wächst der Unmut, dass durch bereits erfolgten und evtl. noch weiteren Ankauf von Flächen, den ortsansässigen Landwirten keine Expansionsflächen mehr zur Verfügung stehen könnten, bzw. diese preislich nicht mithalten könnten. Die Bedenken und Ängste der Bürger müssten von der Stadtverwaltung ernst genommen werden.
Gemeinderat Johann Vogeltanz erläuterte, dass das Vorhaben weder im Gemeinderat noch im Bauausschuß behandelt worden sei. Dies sei auch nicht üblich. Wenn Baurecht bestehe, sei die Verwaltung prinzipiell verpflichtet, auch den Bauanträgen zu entsprechen. Eine Abgrenzung zwischen Landwirtschaft und Gewerbe sei äußerst schwierig vorzunehmen. Man könne die diffusen Befürchtungen der Bürger zwar nachvollziehen, letztlich sei bzgl. des Anwesens und des Flächenerwerbs aber alles rechtlich einwandfrei gelaufen; die Pacht- bzw. Grundstückspreise bestimme nun einmal der Markt.
Bedenken äußerte Vogeltanz jedoch im Hinblick auf den Brunnen. Die Bohrung selbst sei vom Landratsamt als zuständiger Behörde genehmigt worden; es stehe jedoch noch die separat zu erteiltende Genehmigung der Wasserentnahme aus.
Ein Hammer sei es jedoch, wenn es sich bestätige und es sich das Landratsamt gefallen lasse, dass der Brunnen statt der genehmigten 85 Meter nun offenbar mehr als doppelt so tief gebohrt worden sei.
Egon Schäfer, Ortsvorsteher von Lindelbach, führte aus, dass erst aufgrund eines Schreibens der Ortsvorsteher von Lindelbach und Dietenhan ein geologisches Gutachten in Auftrag gegeben wurde, dessen Ergebnis jedoch noch ausstehe. In beiden Ortschaften und in Urphar bestünden erhebliche Bedenken, dass eine Wasserentnahme durch den neuen Brunnen Am Wassersteinchen negative Auswirkungen auf die Brunnen und den Grundwasserspiegel in den umliegenden Ortschaften haben könnte.
Für die Gemeinderatssitzung im Juni würden die Freien Bürger einen Antrag stellen, dass ein Vertreter des Landratsamtes an der Sitzung teilnehmen und umfangreich zum bisherigen Genehmigungsverfahrens des Brunnens und der Nichteinhaltung der genehmigten Bohrtiefe Stellung nehmen solle, so Johann Vogeltanz.
Weiterer Diskussionspunkt waren gesetzliche Änderungen der grün-roten Landesregierung hinsichtlich der Aufstellung von Windkraftanlagen. Wie Gemeinerat Werner Kozyra erläuterte, gehe es zunächst um die Definition von Vorrang bzw. Ausschlussflächen für weitere Windkraftanlagen im Zuge der Teilfortschreibung des Regionalplans über das Jahr 2020 hinaus. Für den Windpark auf Höhefelder Gemarkung seien derzeit jedoch keine Auswirkungen zu erwarten. Planungen oder Anträge von möglichen Betreibern von Windkraftanlagen seien ihm nicht bekannt.