Freie Bürger besichtigten Wertheimer Feuerwache
Im Vorfeld der anstehenden Beschlüsse zum Neubau der Wertheimer Feuerwache trafen sich Mitglieder der Freien Bürger Wertheim mit Stadtbrandmeister Ludwig Lermann, dem Leiter des Referats für öffentliche Ordnung Egon Schießer sowie Verwaltungsmitarbeiter Frank Hofmann zu einer Besichtigung der bestehenden Feuerwache.
In einem umfassenden Rundgang stellte Ludwig Lermann zunächst die Räumlichkeiten vor. Hierbei zeigte sich schnell, dass sich das über 100 Jahre alte Hauptgebäude insbesondere aufgrund zahlreicher Wasserschäden in teilweise marodem Zustand befindet. Daneben musste wegen des Felssturzes an der inzwischen gesicherten Bergseite der Schulungsraum so weit verkleinert werden, dass Schulungen derzeit im früheren Ausstellungsraum der Firma Väth abgehalten werden müssen. Die Kleinteiligkeit der Räumlichkeiten mit verschiedenen Anbauten aus den 70er und 80er Jahren, die über Rampen und enge Treppen miteinander verbunden sind machte darüber hinaus deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf geboten ist und die Feuerwache längst nicht mehr den Anforderungen entspricht.
Beeindruckt zeigten sich die Besucher von den vielfältigen Aufgaben und dem Dienstleistungsspektrum, dass auch für andere Wehren in der Umgebung erbracht wird. Neben der zentralen Atemschutzwerkstatt für den Main-Tauber-Kreis lassen auch zahlreiche Wehren ihre Dienstkleidung in Wertheim reinigen. Neben einem strikten Kostenmanagement führe dies, so Stadtbrandmeister Lermann, zu einem im Vergleich hohen Kostendeckungsgrad von 30%; der Landesschnitt liege bei unter 20%.
Bezüglich des Neubaus befinde man sich derzeit in der Planungsphase. Hierfür wurden bereits zahlreiche Standorte untersucht. Es laufe aber, so der gegenwärtige Stand, auf einen Neubau an der bisherigen Stelle in der Bismarckstrasse hinaus. Aufgrund der zentralen Lage und der guten An- und Abfahrmöglichkeiten präferiere man den bewährten Standort. Während der Bauphase, die von Lermann auf zwei Jahre geschätzt wurde, sei derzeit eine Interimslösung auf dem Reinhardshof in der Prüfung.
Das Regierungspräsidium habe bereits eine finanzielle Unterstützung signalisiert. Dennoch werde aber sicherlich ein nicht unerheblicher Eigenanteil auf die Stadt zukommen. Die Mandatsträger der Freien Bürger sicherten hierzu ihre volle Unterstützung zu, zumal die Notwendigkeit eines Neubaus unbestritten sei.
Besorgt zeigte sich Frank Hofmann, dass die Zahl der aktiven Mitglieder bei den Wertheimer Feuerwehren in den letzten Jahren auch als Folge des demografischen Wandels kontinuierlich abgenommen habe. Gerade die Jüngeren gingen aufgrund Studium oder beruflich bedingtem Wegzug den Feuerwehren verloren. Wie Lermann hierzu weiter ausführte, seien einige der Ortsfeuerwehren bereits an der Untergrenze der notwendigen Mitgliederzahl angekommen. Im Rahmen des in der Ausarbeitung befindlichen Feuerwehrentwicklungsplanes beschäftige man sich auch hiermit intensiv. Ein Verzicht auf einzelne Ortswehren sei aber aufgrund der gesetzlichen Hilfsfristen und auch des kulturellen Beitrags der Wehren zum Ortsgeschehen nicht denkbar. Dennoch müsse man aber mittelfristig über die Zusammenlegung einzelner Abteilungen nachdenken, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger aufrecht erhalten zu können.