Freie Bürger trafen sich in Höhefeld

Zu einem Ortsrundgang mit anschließender Wahlveranstaltung trafen sich am Donnerstag die Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Bürger mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern in Höhefeld.

Nach einer Begrüßung durch den FBW-Vorsitzenden Marcus Götz führte Ortsvorsteher und FBW-Kandidat Matthias Roos durch den Ort.

Insbesondere die schlechte DSL-Versorgung wurde von Roos kritisiert. Dies sei für Höhefeld mittlerweile ein echter Standortnachteil. Sowohl für Privatleute als auch für Gewerbetreibende gehört ein schneller DSL-Anschuss inzwischen zur Grundversorgung. Seit Jahren komme man hier nicht voran und Verwaltung und Netzbetreiber würden sich gegenseitig die Schuld zuschieben.

Im Ortskern wurden einige leer stehende Gebäude besichtigt. Es habe zwar in letzter Zeit einige Verkäufe an Privatleute gegeben, dennoch bereite dies zunehmend Sorgen. Gebäudewert und finanzieller Aufwand für die Sanierung stehen oft in ein keinem wirtschaftlich tragbaren Verhältnis. Tanja Bolg, FBW-Kandidatin und Ortsvorsteherin aus Kembach berichtete, dass die Aufnahme Kembachs in das Sanierungsprogramm große Fortschritte gebracht habe und empfahl, die Aufnahme in das Förderprogramm auch für Höhefeld anzustreben.

Hubert Sadowski stellte kurz die FBW vor. In den zwanzig Jahren seit Gründung, die aus den Ortschaften heraus gekommen sei, habe man viel bewegt. Man verstehe sich als unabhängiges und kritisches Korrektiv im Gemeinderat. Ziel sei daher auch, die absolute Mehrheit einer Partei zu verhindern, so daß der Gemeinderat seiner Aufgabe als Kontrollorgan der Verwaltung auch verantwortlich nachgehen könne.

Bei der Kandidatenvorstellung wurden die Probleme in einigen Stadtteilen mit Jugendlichen diskutiert, die immer wieder polizeiauffällig werden.

Werner Kozyra meinte hierzu, dass ein erfolgreicher Ansatz nur möglich sei, wenn man versuche schon die Kinder an den Schulen besser einzubinden und zu fördern. Bei Jugendlichen sei es oft schon zu spät. Diese erreiche man dann bereits nicht mehr. Leider habe das Jugendforum nicht funktioniert und auch der Versuch einen Jugendrat zu installieren sei bislang gescheitert. Rüdiger Schulz forderte hierzu die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Schulsozialarbeit.

Die Hilfsorganisationen, z.B. Feuerwehr oder THW, an den Schulen vorzustellen und die Mitarbeit hierin den Kindern schmackhaft zu machen und damit eine Brücke für die Jugendlichen zu bauen, war ein Vorschlag von Norman Frank.

Letztlich dürfe man die Möglichkeiten der Kommunen auch nicht überbewerten, so Hubert Sadowski. Es könne nicht erwartet werden, dass die Städte und Gemeinden das reparieren, was vorher in den Familien versäumt worden sei. Erfolgreiche Integration sei daher das wirksamste Mittel.

Hierbei dürfe man jedoch, so Manfred Busch, die Unterstützung für die Mehrzahl der ganz normalen Kinder und Jugendlichen nicht vergessen. Die Kommunen würden gezwungen immer mehr finanzielle Mittel für die Kinder- und Jugendarbeit aufzuwenden, ohne vom Land oder Kreis mehr Geld hierfür zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Ein weiteres diskutiertes Thema waren die Preise für Baugrundstücke. Die Bauplatzkosten würden bisweilen unnötig in die Höhe getrieben, da Spielplätze mitgeplant und finanziert würden, die dann gar nicht gebaut oder nicht benötigt würden. Laut Matthias Roos würde in manchen Ortschaften aufgrund der Größe ein zentraler Kinderspielplatz ausreichen. Manfred Busch empfahl hierzu den Ortschaften, sich von Beginn zu entscheiden, ob zusätzliche Spielflächen nötig seien.