Kandidaten der Freien Bürger Wertheim stellten sich in Nassig vor
Die Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Bürger stellten sich am Mittwoch im Bürgersaal in Nassig vor.
Nach der Begrüßung und Vorstellung der FBW durch den Vorsitzenden Marcus Götz wurde zunächst der Themenbereich Innenstadt Wertheim und Burg diskutiert. Hubert Sadowski, Gemeinderat und Ortsvorsteher von Nassig, betonte das Alleinstellungsmerkmal, das Wertheim mit seiner Burganlage habe. Die Burg sei ein Pfund, mit dem Wertheim nach aussen punkten könne; gerade auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Tourismus, der der belebende Faktor für die Innenstadt sei. Der neue Küchen- und Toilettenanbau sei zwingend notwendig. Angesichts der Investitionen müsse aber die Notwendigkeit eines großzügigen Ausbaus des Löwensteiner Baus zumindest kritisch hinterfragt werden.
Der von Kurt Kraft geäußerte Wunsch, die Burg noch stärker in die Stadtführungen zu integrieren wurde von Sadowski dahingend ergänzt, dass hierzu der Zugang verbessert werden müsse. Die Fahrt mit dem Burgbähnle dauere zu lange; zudem sei die Kapazität des Bähnles begrenzt.
Um diese Wünsche umsetzen zu können, sei Wertheim dringend auf weitere Gewerbesteuerzahler angewiesen. FOC und Expocamp hätten zwar viele Arbeitsplätze geschaffen, jedoch benötige die Stadt unbedingt Neuansiedlungen von Gewerbe- und Industriebetrieben, die auch Steuern in nennenswertem Umfang brächten.
Kritisch äußerte sich Sadwoski auch zum Finanzzwischenbericht der Stadtverwaltung. Dieser werde stets zu oberflächlich abgearbeitet. Er wünsche sich hier schon lange eine stärkere Detaillierung und tiefergehende Informationen.
Manfred Busch betonte in diesem Zusammenhang wie wichtig es daher auch sei, absolute Mehrheiten einer Fraktion im Gemeinderat zu verhindern. Nur so sei es möglich auch in Zukunft von der Verwaltungsspitze notwendige Veränderungen einzufordern und im Gemeinderat durchzusetzen.
Für Nassig, so Sadowski, stehe der Neubau der Wildbachhalle im Vordergrund. Eine Sanierung der jetzigen Halle sei unverhältnismäßig teuer. Die neue Halle am bisherigen Standort biete zudem die Möglichkeit, auch ein neues Raumkonzept umzusetzen, das eine Doppelbelegung ermöglicht. Während der Bauzeit, Beginn sollte 2015 sein, müsse man sich nun nach einer Interimslösung umsehen.
Die probeweise Umstellung der Sperrmüllabfuhr auf Abholung auf Anforderung, die auf eine Inititative der FBW eingeführt wurde, habe sich bisher bewährt, so Johann Vogeltanz. Endlich gebe es keine Müllreste mehr in den Straßen und auch keine herumfahrenden Sprinter mehr, deren Fahrer den bereigestellten Sperrmüll vor Abholung durch die Müllabfuhr durchforsten.
Länger diskutiert wurden die von Werner Kozyra aus dem Arbeitskreis Suchtprävention vorgetragenen Zahlen zur Entwicklung der registrierten Straftaten in Wertheim. Laut Statistik seien diese zurückgegangen. Dies stehe jedoch im Widerspruch zur gefühlten Situation. Die Dunkelziffer sei vermutlich deutlich höher. Kozyra führte das auf erste Auswirkungen der Polizeireform zurück die dazu führe, dass insbesondere die Kriminalpolizei nicht mehr die frühere Präsenz zeigen könne und damit auch weniger Straftaten aktenkundig würden.
Einig war man sich jedoch, dass inbesondere auf dem Reinhardshof und Wartberg die Situation gegenüber der Vergangenheit deutlich verbessert sei. Diese Einschätzung wurde auch von Walter Ploch als Stadtteilbeiratsvorsitzendem bestätigt.
Weiteres Thema war das vom TV Wertheim geplante Sportvereinszentrum. Wie Walter Ploch berichtete, stünde die Leitung der Rot-Kreuz-Klinik dem unlängst vorgestellten Kooperationsanliegen des TV aufgeschlossen gegenüber. So könnten zum Beispiel Reha-Angebote für die Klinik übernommen werden.
Das bisherige Konzept des TV, so Hubert Sadowski, überzeuge bislang nicht. Insbesondere die angedachte Übernahme einer Bürgschaft durch die Stadt sei überaus problematisch.